Das Bonmot stammt von Nietzsche: „Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein“. Wer diesem Blick nicht standhält, kann nicht verstehen, was auf dem Spiel steht. Wenn einer nach 25 Jahren im Ausland heute nach Deutschland zurückkommt, erkennt er sein Land nicht wieder. Im Zug bittet der Schaffner eine Gruppe von Fahrgästen, kurz auf seine weibliche Kollegin aufzupassen, er müsse nach vorne, um die nahende Ankunft in der nächsten Station durchzusagen. Ein Blick in das Gesicht seiner Kollegin verrät: Wenn sie morgens ihren Dienst im Zug antritt, weiss sie nicht, ob sie abends körperlich und seelisch unversehrt nach Hause kommt. Ist man ausgestiegen, empfangen selbst die architektonisch reizvollen Bahnhöfe den Heimkehrer mit dem Charme vermüllter Hinterhöfe, die nach Urin stinken. Die Menschen wirken gehetzt und unwillig, es herrscht eine misstrauische und unterschwellig aggressive Stimmung. Die meisten ziehen die Schultern ein.
Von den Geschäften hat nur noch ein Teil geöffnet. Wer die sinnlosen Corona-Zwangsmaßnahmen gerade noch überstanden hat, kämpft mit Inflation, ausufernder Bürokratie und ideologisch überteuerten Energiekosten. Qualifiziertes Personal ist nicht mehr zu bekommen. Der Wohlfahrtsstaat hat den Markt erfolgreich leergefegt und ein Prekariat herangezüchtet, das mit den eingewanderten Familien-Clans um Reviergrenzen kämpft. Hinweisschilder warnen vor Taschendieben.
„Der Leon Neugebauer! Hat einen ganz eigenen Weltrekord gebrochen.“ „Persönliche Bestleistung – phantastisch!“ „Olympianorm geknackt.“ „Finaleinzug!“ „In der Qualifikation sah es verdammt gut aus!“ „So hoch ist sie dieses Jahr noch nicht gesprungen!“ „Blickt man auf die Wertung der Plätze 4-8, stehen wir vor China!“
So klingt es, wenn sich deutsche Sportmoderatoren und Journalisten um den hürdenlaufenden deutschen Elefanten im Leichathletik-Stadion zu Budapest herumwinden. Eine Sportstätte, so wurde man nicht müde zu betonen, die ja vor allem errichtet wurde, um „Viktor Orban und seinen geladenen Autokraten eine Bühne zu bieten“. Unglücklicherweise bot sie auch der früheren Leichtathletikmacht Deutschland eine solche. Man mochte in der abendlichen Berichterstattung gar nicht mehr hinsehen, wenn es in den Vorläufen am Feldende regelmäßig gelb leuchtete, die Wurfgeräte vorzeitig zu Boden taumelten, die Staffelstäbe über die Bahn purzelten und die Interviewten hernach ratlos am Mikrofon berichteten, es wäre eben „nicht ihr Tag“ gewesen, und man würde „das nächste Mal wieder angreifen.“
Zur Mär von der „Behindertenfeindlichkeit“ der AfD: Eine Kritik der schulischen Inklusion
Die Aussagen Björn Höckes zur Inklusion (Unterrichtung von Kindern mit Behinderungen an Regelschulen) im „Sommerinterview“ des MDR sind ganz überwiegend in der Presse und in öffentlich-rechtlichen Sendern mit haßerfüllten Kommentaren versehen worden, die regelmäßig in dem Vorwurf gipfelten, es handele sich um einen Angriff auf die Menschenwürde behinderter Menschen. Und Höckes Aussagen, die sich im Parteiprogramm der AfD wiederfinden, seien natürlich „rechtsextrem“ und Ausfluß reiner „Nazi“-Ideologie. Unser Autor Dr. Florian Sander zeigt, daß es sich bei diesen publizistischen Haßorgien um eine eifernde linksgrüne Inklusionsdogmatik handelt, die einer differenzierten und am Wohl behinderter Menschen orientierten wissenschaftlichen Untersuchung des Problems nicht standhält. (wir selbst-Redaktion).
Als der Autor dieser Zeilen – selbst Rollstuhlfahrer – 2016 im Rahmen einer Inklusionsforscher-Tagung einen kritischen Vortrag zur schulischen Inklusion hielt, ließen die hitzigen Reaktionen einiger linksgerichteter Zuhörer (also anderer „Forscher“) nicht lange auf sich warten. Zwischen Empörung, völliger Irritation und Ungläubigkeit schwankend, dass sich da tatsächlich ein Soziologe und Rollstuhlfahrer gegen die schulische Inklusion ausgesprochen hatte (und das auch noch mit wissenschaftlichen Argumenten!), setzte ein Zuhörer an zu der Formulierung: „Aber gerade DU müsstest doch…“ (natürlich gehört das automatische Duzen in diesen Kreisen zum guten Ton). Fußgänger, die Rollstuhlfahrern erzählen wollen, was sie als solche zu denken und zu meinen haben – es gibt wenig, auf das ich allergischer reagiere. Aber auch das ist für linke Gutmenschen typisch: Der Drang, die von ihnen „beschützten“ (umworbenen) Gruppierungen zu bevormunden. Im Anschluss an diese einschlägige, aber sehr typische Erfahrung entschloss ich mich, meine Kritik nochmal schriftlich auszuarbeiten, und veröffentlichte 2017 einen soziologischen Fachartikel zur schulischen Inklusion im Tagungsband der Konferenz. Die folgenden Argumente basieren lose auf den darin enthaltenen Thesen.
Das Selbstbestimmungsrecht der Völker: neue Druckausgabe der Zeitschrift wir selbst
Dem Selbstbestimmungsrecht der Völker haftet der Charme eines modernen, von mitreißendem Elan getragenen, jugendlichen Rechtsprinzips an. Es hat Völker in Aufruhr versetzt, Dynastien zum Wanken und Stürzen gebracht, jahrhundertealten Kolonialreichen die Legitimität und schließlich die Machtbasis entzogen und sie zerbrechen lassen, Imperialisten die Stirn geboten und die Landkarten der Welt revolutionär und dauerhaft verändert. Und dennoch: Das Selbstbestimmungsrecht der Völker hat Feinde, die an verschiedenen Fronten zum Angriff antreten.
In der aktuellen Ausgabe widmen wir uns in mehreren Beiträgen dem Recht der Völker auf Selbstbestimmung und der Bedeutung volklicher Identitäten ganz allgemein.
Siegfried Bublies: Das Selbstbestimmungsrecht der Völker
Professor Dr. Alfred de Zayas, Interview von Bernd Kallina: Das Recht auf Selbstbestimmung ist zugleich das individuelle und kollektive Recht auf Identität
Dr. Henning Eichberg: Wer von den Völkern nicht reden will, soll von den Menschen schweigen.
Interview mit Gudrun Kofler (FPÖ): „Das Recht auf die deutsche Muttersprache in Süd-Tirol ist in Gefahr“
Klaus Kunze: Volk oder Willensnation? Die Krise der Nationalstaatlichkeit
Hans Becker von Sothen: Völker oder Imperien? Der antiimperialistische Charakter des Nationalen. Von der totalitären Versuchung des Weltstaats und der Weltkulturen
Martin Sichert (MdB): Das Schicksal der Jesiden zeigt: Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist elementar für den Erhalt des Friedens
Dr. Uwe Sauermann: Das Jesidentum – die älteste monotheistische Religion
Dr. Christian Böttger: Die Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts in Kärnten1920 und ihre Bedeutung für die Gegenwart
Generalmajor a. D. Gerd Schultze-Rhonhof: Selbstbestimmungsrecht der Völker nach dem Ersten Weltkrieg
Rolf Stolz: Selbst bestimmen, was Selbstbestimmung ist
Prof. Dr. Felix Dirsch: Der Volksbegriff im Wandel der abendländischen Tradition
Dr. Florian Sander: Universalismus oder Partikularismus: eine globale Systemfrage – mehr als „nur“ Geopolitik
Prof. Dr. Heinz Theisen: Russland ist der Täter, der Westen der Verursacher
Dr. Henning Eichberg: Ethnopluralismus – eine antikoloniale Begriffsgeschichte: Völker, hört die Signale
Dr. Christian Böttger: Die russische Ethnos-Theorie– Kultur versus Ethnos
Alexander Heumann: Die Ukraine und das Völkerrecht – Geographie und Geschichte als Schicksal: „What matters are people, not states“
Alain de Benoist: Wir ersticken an negativer Moral
Dr. Winfried Knörzer: Linksnationalismus – Traumgebilde und historische Realität
Heinz-Siegfried Strelow: Ein „Rückblick“ auf die Natur, Buchbesprechung des Werkes von Rolf Peter Sieferle
Cem, auf dem Weg zur Gailtalerin auf der Sattelalm. Eine Politsatire
„Hollerödiljöö, wie schallt es von der Höh…,“ in den Kopf drängt sich der berühmte Songtext „Der Watzmann ruft“ von Wolfgang Ambros, wenn sich „Türken-Cem“ im zünftigen Bayern-Outfit, knorrigem „Schäferstock“, Fernglas und Wanderstiefeln aufmacht zur 1.100 Meter hoch gelegenen Sattelalm.
Hoch droben im Sudelfeld, dort warten Alm-Öhi, der Gaisenpeter und die Gailtalerin „mit den feurroten Unterröcken“. Dort, am umwölkten Gipfel will er die ultimativen, grünen Stimmen für seine Wahl sichern.
Man weiß nicht, ob man weinen oder lachen soll, wenn sich unser Landwirtschaftsminister Cem Özdemir mit einem zufälligen Schnappschuss und mit einem „Griasts euch“ an die Bauern seines Landes wendet, und ihnen zeigt, was er doch für ein „gstandenes Mannsbild“ ist. Das Foto soll den in sich ruhenden Politiker zeichnen, so, wie er wirklich ist. Einer, der mit sich und der schroffen Bergwelt eins ist, der selbstbewusst das bayerische Kulturerbe zu schätzen weiß, in dem das Leben früher von harter Arbeit und Entbehrungen geprägt war. Nur gut, dass er nicht auch den bayerischen Königsjodler ins Tal gejauchzt hat.
Der autoritäre Bevormundungsstaat: die Linke an den Schalthebeln der Macht
Demokratie ist die typische Form politischer Willensbildung in Massengesellschaften. Sie besagt, daß nach dem Willen der Mehrheit regiert werden soll.
Frühere Staatsformen wie Monarchie und Oligarchie sind außer Kurs. Der geistige Konkurrenzkampf der Systeme scheint zuende. Alle wollen jetzt Demokraten sein. Wenn sich ein Begriff allgemein durchgesetzt hat, setzt aber der Konkurrenzkampf sofort wieder ein, und zwar um seine „richtige“ Auslegung. Man zeigt wechselseitig mit dem Finger aufeinander und schmäht: „Ihr seid mir schöne Demokraten – gar keine nämlich!“
In unseren halbamtlichen Regierungsmedien nimmt diese Methode absurde Züge an, wenn der „Kampf gegen Rechts“ geführt wird. Dann grenzen sich, unserem Fernsehen zufolge, „die demokratischen Parteien“ durch eine „Brandmauer“ ab gegen die AfD, der sie das Demokratische rundweg absprechen. Als Beleg zaubern sie im gleichen Atemzug die immer gleichen Worthülsen des Verfassungsschutzes hervor, die „populistische“ AfD sei „in Teilen rechtsextremistisch“.
Tatsächlich behauptet aber Haldenwangs Behörde auf Weisung ihrer vorgesetzten SPD-Ministerin Faeser überhaupt nicht, die AfD sei nicht demokratisch. Sie behauptet vielmehr, Teile der Partei strebten den Fortbestand des ethnisch deutschen Volkes an, was angeblich gegen die Menschenwürde nicht ethnisch Deutscher verstoßen und darum verfassungsfeindlich soll. Diese VS-Rabulistik ist Nichtverfassungsrechtlern zu hoch, und auch die halbstaatlichen Medienleute verstehen sie nicht. Darum verbreiten sie nichts als verbale Seifenblasen über Populismus und fragliche Demokratietauglichkeit.
Dabei pochen sie auf den hinreichende Schmäheffekt des Populismus-Vorwurfs. Irgendwas wird schon hängenbleiben. Schließlich haben immer weniger Bürger Lateinkenntnisse und wissen noch, daß populus schlicht „Volk“ bedeutet, und zwar ursprünglich m Gegensatz auch zu seinen oligarchischen Politikern und Machthabern: SPQR heißt Senatus Populusque Romanus (Senat und Volk von Rom).
Senatus Populusque Romanus
Wer gegen die AfD hetzt, diese sei “populistisch”, hat selbst oligarchische Gelüste. Mit der Demokratie hat er es hingegen nicht so.
In der Demokratie darf die Mehrheit alles
Das Wesen der Demokratie besteht darin, daß alle politischen Entscheidungen mit Mehrheit getroffen werden und daß diese Mehrheit alles entscheiden darf, was immer sie will. Sie darf auch Verbrecherisches beschließen. Darum ist unser Staat zwar auch demokratisch, aber eben keine Demokratie. Die Macht der Mehrheit ist durch einen Rechtsstaat eingeschränkt, der auch über dem Willen der Mehrheit enthobene Grundrechte wacht.
Auch eine Monarchie oder Oligarchie kann ein Rechtsstaat sein. Unser Kaiserreich war einer. Absolute Demokratie ohne Rechtsstaat kann aber so fürchterlich wirken, wie jede aufgehetzte Mehrheit gegen innere Gegner ebenso wüten kann wie gegen äußere Feinde. Die Athener Volksversammlung verurteilte den Philosophen Sokrates zum Tod durch den Giftbecher, sie beschloß den Angriffskrieg gegen Syrakus und andere Städte auf Sizilien, und als die Insel Melos sich nicht Athen unterwerfen wollte, beschloß sie, alle Männer der Insel zu töten und ihre Frauen und Kinder in die Sklaverei zu verkaufen.
Aus dem Film „Farm der Tiere“ (Orwell) – die schlauen Schweine haben die Macht an sich gerissen. Ihr Motto: „Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als die anderen.“
Die französische Nationalversammlung verhielt sich in der Revolutionszeit ähnlich und beschloß demokratisch, alle Männer, Frauen und Kinder in der ihr widerspenstigen Vendee umzubringen. Am meisten zeigt sich aber die Ambivalenz der reinen Demokratie, wenn die Mehrheit ihre Beherrscher wählen soll. Jede freie Entscheidung hat zwei Seiten, das liegt in der Natur der menschlichen Freiheit. Das Volk kann sich einen Alleinherrscher als König wählen oder ein ganzes Parlament voller kleiner „Könige“, eine Partei, ein Politbüro, zwei Konsuln oder wen immer es will. Jede Entscheidung ist gleich demokratisch, wenn die Mehrheit sie trifft.
Nachträglich kann eine solche Wahl schrecklich schiefgehen. So hatte das nach 1933 der in seiner Jugend nationalrevolutionäre Schriftsteller Ernst von Salomon empfunden. Ihm schwebte ein autoritärer Rechtsstaat vor, kein sozialistischer Totalitarismus.
Ich habe das Wort „Demokratie“ immer nur sehr selten und sehr ungern benützt. Ich weiß nicht, was das ist, und ich habe auch noch niemanden gefunden, der es mir einleuchtend zu erklären wußte. Aber ich fürchte, Hitlers Behauptung, seine ideologische Konzeption sei die Konzeption der Demokratie, wird schwer zu widerlegen sein. Das Erklären der Welt aus einem Zentralpunkt heraus, das Gewinnen der Massen durch Überreden, die Legitimation des Weges zur Macht durch Wahlen, die Legitimation der Macht selbst durch das Volk, – ich fürchte, es wird schwer zu widerlegen sein, daß dies demokratische Stigmen sind, vielleicht sehr späte und überhitzte Formen der Demokratie anzeigend, aber Formen der Demokratie.ERNST VON SALOMON, DER FRAGEBOGEN, 1951.
Dagegen setzte Ernst von Salomon die Idee eines hierarchisch gegliederten Machtstaates, der durch Rechtsstaatlichkeit die potentiell schrankenlose Willkürherrschaft begrenzt:
Der totalitäre Staat ist das genaue Gegenteil des autoritären Staates, und diesem freilich haften keine demokratischen Stigmen an, sondern hierarchische.ERNST VON SALOMON, DER FRAGEBOGEN, 1951.
Indem die Parteigänger der heutigen Linken die AfD allzugern als „populistisch“ schmähen, verraten sie ihren eigenen Standort. Die AfD besteht aus Kindern des herkömmlichen Systems der Bundesrepublik. Sie glauben an die Segnungen der Demokratie, an die freiheitliche demokratische Grundordnung und daß das Volk es schon mit Mehrheit richten werde, ließe man es nur selbst entscheiden.
Die in den Medien und in Parlamenten herrschenden linken Ideologen dagegen wollten seit Jahrzehnten nichts anderes als die Zerschlagung dieser bürgerlichen Gesellschaft und ihrer ökonomischen Grundlagen. Daß der Mehrheitswille unseres Volkes dem entgegensteht, interessiert sie nicht. Meinungsumfragen zeigen allenfalls an, daß der Mehrheit noch das „richtige Bewußtsein“ fehlt. Aber das wollen sie mit autoritären Sprachregelungen und Umerziehung auch noch hinkriegen. Notfalls wechselt man das Volk einfach aus und läßt andere einwandern.
Der autoritäre Bevormundungsstaat
Diese Linke benutzt die Schalthebel der Macht unseres Staates, aber nicht demokratisch nach dem Willen der Mehrheit, sondern verwandelt ihn in einen autoritären Bevormundungsstaat. Sie begannen als außerparlamentarische Opposition und krakeelten gegen „Reste verfaulender Macht, die mit rattenhafter Wut verteidigt werden” (sp Heinrich Böll). Doch nach Ergreifung dieser Macht wurden sie noch autoritärer, als die von ihnen verlästerte Honoratiorenrepublik der 1950er und 1960er Jahre jemals war. Sie sehnen sich heute nach einem autoritären, starken Staat, der den etwas zurückgebliebenen Deutschen schon zeigen wird, was eine linke Harke ist. Dabei scheuen sie noch nicht einmal davor zurück, eine umfassendes Denuziations- und Bespitzelungsregime wie einst im nationalen und danach im DDR-Sozialismus zu installieren.
Ihr Staat entbehrt auch der demokratischen Gleichheit, in der alle Bürger auf Augenhöhe miteinander umgehen können. Nach Ernst von Salomon kennzeichnet der Gedanke der Hierarchie den autoritären Staat. Der linke Bevormundungsstaat gliedert sich von den führenden ideologisch besserwissenden Kadern bis – ganz unten – zu den „Nazis“ ohne Rechte. Die einen nehmen für sich in Anspruch, als Gutmenschen die Welt zu retten, und die nicht spuren, gelten als Nazis. Sie lauern überall, das können wir jeden Tag in den Propagandasendungen des Staatsfernsehens erfahren.
Die Formen und die Inhalte
Die totalitären Parteistaaten – braun oder rot – hatten sich als Sozialismen und damit zugleich als Verkörperungen des demokratischen Grundgedankens verstanden. Autoritäre Staaten setzten dagegen immer auf Hierarchien, nach welchem Auslesesystem auch immer. Beides sind modellhafte Vorstellungen, wie Staatswesen sich formieren können.
Eine ganz andere Frage als die Form ist der jeweilige Inhalt. Ein autoritärer Staat kann ebensogut als Monarchie wie als Parlamentarismus auftreten, sich sogar selbst Demokratie nennen. Er kann ebensogut alte bürgerliche Werte verkörpern wie woke Seifenblasen. Darum hätte ein Ernst von Salomon als Vertreter autoritärer Staatlichkeit am neulinken Autoritarismus unserer Tage wenig Freude.
Die Staatsform und ihr ideologischer Inhalt sind immer zwei paar Schuhe. So kann auch ein totalitärer Staat mit braunen Kolonnen ebenso auftreten wie mit roten Fahnen, mit grünen des Islam oder in Regenbogenfarben.
Wahrscheinlich kann ein Staat auch autoritär sein und weiter zum Totalitarismus driften. Das dürfte unseren heutigen Zustand am besten beschreiben. ´
Der Bürger, der mit allem solchen Spuk nichts zu tun haben will, hat es schwer.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf der stets lesenswerten Seite von Klaus Kunze:
Klaus Kunze, seit 1984 selbständiger Rechtsanwalt in Uslar, von 1970-71 Herausgeber eines Science-Fiction-Fanmagazins, von 1977 bis 1979 Korrespondent der Zeitung student in Köln, seit 1978 diverse Beiträge in genealogischen und heimatkundlichen Fachzeitschriften, seit 1989 Beiträge für politische Zeitschriften wie u. a. die Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT
Einkommensteuer: Wenn der Staat den Leistenden den Krieg erklärt
Einkommensteuer: Der alljährliche Steuerwahnsinn
Alle Jahre wieder ist es soweit: Zur Jahresmitte trudeln dem geplagten Steuerpflichtigen die Erinnerungen zur Abgabe der Steuererklärungen ins Haus – der Einkommensteuererklärungen wohlgemerkt. Wendet sich der Steuergeplagte an einen steuerlichen Berater, so gewinnt er zwar erheblich an Zeit, zur Abgabe der Einkommensteuererklärung bleibt er dennoch verdonnert.
Generell gilt die Einkommensteuer als Königin der direkten Steuern, also der Steuerarten, bei dem der Steuerzahler mit dem Steuerschuldner identisch ist. Die bekannteste indirekte Steuer, die gleichzeitig das höchste Steueraufkommen aufweist, ist die Umsatzsteuer, bei dem im Gegensatz zur Einkommensteuer der Unternehmer, der vom Konsumenten den Kaufpreis vereinnahmt, Steuerschuldner ist, während der Konsument Steuerzahler bleibt und wirtschaftlich mit der Umsatzsteuer belastet wird.
Gleichzeitig gilt der progressive Einkommensteuertarif, also ein ansteigender Steuersatz gekoppelt an die zunehmende Einkommenshöhe als so etwas wie die heilige Kuh der Steuergerechtigkeit. Aber die Zeiten ändern sich, Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel schaffen neue Fakten, was im Folgenden zum Anlass genommen werden soll, die Berechtigung der Einkommensteuer an sich und in Sonderheit des progressiven Steuertarifs kritisch zu hinterfragen.
General Olbricht, Planer des Unternehmens »Walküre« – zur Geschichte deutschen Widerstands
I.
Kein Begriff als der Marxsche ›Überbau‹ scheint besser geeignet, um zu kennzeichnen, was man in der Bundesrepublik als ›Erinnerungskultur‹ bezeichnet. Von einigen unscharfen Impressionen der DDR, der ›zweiten Diktatur in Deutschland‹, abgesehen, handelt es sich – ungeachtet der faktisch fortschreitenden Entfernung von der NS-Ära – um die Vergegenwärtigung der Nazi-Verbrechen sowie der jubelnden Massen im ›Dritten Reich‹.
Dabei tritt hinter den Schreckensbildern die Erinnerung an den symbolhaft im Scheitern – am 20. Juli 1944 – hervorgetretenen deutschen Widerstand zurück. Keineswegs zufällig: Insofern ›vaterländische Gefühle‹, zu denen sich Peter Graf Yorck von Wartenburg, der Freund und Vertraute Moltkes im »Kreisauer Kreis« bekannte, insbesondere unter deutschen Intellektuellen verpönt und für deutsche Funktionseliten irrelevant geworden sind, entspricht das Verblassen des historisch-realen Horizonts, in dem die Widerständler des 20. Juli den Sturz des Nazi-Regimes aus eigenen Kräften anstrebten und – vergeblich – ihr Leben einsetzten, den ideellen, genauer: ideologischen Erfordernissen der politischen Gegenwart.
Der Befund wird durch Rituale wie die alljährliche Vereidigung von Bundeswehrsoldaten und -soldatinnen im Innenhof des Berliner Bendlerblocks am 20. Juli nicht widerlegt, sondern bestätigt. »Wir haben das Letzte gewagt für Deutschland« – ein solcher Satz wirkte heute, da es für die Bundeswehr weltweit – realiter selektiv – um nichts als Bündnistreue, Demokratie und Menschenrechte geht, wie eine peinliche Entgleisung.
Mag der Staub gefallner Helden modern Die dem großen Tode sich geweiht Ihres Ruhmes Flammenzüge lodern In dem Tempel der Unsterblichkeit
Theodor Körner (1812), Umschrift auf dem Ehrenhain der Weltkriegsregimenter
Am Rande der einst für die sächsische Armee errichteten Soldatenstadt, die den Namen des populären Königs Albert (1828-1902) trägt, liegt, am nördlichen Ende der Marienallee, eine der wohl interessantesten Friedhofsanlagen der Landeshauptstadt, ja Sachsens, der heutige Nordfriedhof. 1901 für die Verstorbenen der Garnison Dresden errichtet, war das erweiterte Friedhofsareal bereits während des Ersten Weltkrieges als Ort für ein Ehrenmal gefallener Angehöriger Dresdner Regimenter vorgesehen. Nach Plänen des Regierungsbaurats Emil Hartmann wurde 1917-1920 östlich der ursprünglichen Friedhofsmauern eine weiträumige Anlage errichtet. Während im Mittelteil 9 hochformatige galvanoplastische Erinnerungstafeln (der bereits im Frieden aktiven Regimenter) dominieren, ergänzen jeweils 6 querformatige (für die Reserve- und Ersatztruppenteile) an beiden Seitenflügeln die Anordnung. 7 steinerne und 3 eiserne Tafeln wurden zusätzlich an den Außenseiten bzw. Aufgängen des Bauwerks angebracht.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft“
Meine bescheidenen Gedanken zum bereits ausgebrochenen Bürgerkrieg in Frankreich. Ich habe mir im Laufe des Tages über 30 Videos auf arabisch angeschaut. Für die Mehrheit der algerischstämmigen Franzosen und ihre Landsleute in Algerien und in der islamischen Welt hat die „Befreiung Frankreich“ begonnen, und es sei eine Frage von wenigen Jahren, bis die Eroberung abgeschlossen sein werde. Ich habe mir sogar eine Rede des algerischen Staatspräsidenten angehört, in der er seine Landsleute ermutigt, „weiterzukämpfen“.