von Christian Witt
Prozess gegen Deutschland. Leuchttürme im Dickicht der Hohlphrasenwelt
Hamburg, einiger Leute „Perle“ zwischen Alster, Bille und Elbe. Eine von Deutschlands bedeutenden Industriestädten, deren „visionäre Mehrheit“ sich im Oktober 2025 in einem bindenden Volksentscheid für vollständige Klimaneutralität und damit mutmaßlich für die bedeutende Selbstschrumpfung gestimmt hatte, ist an diesem Wochenende im Februar 2026 Austragungsort eines theatralen volkstümlichen Gerichtshofes der besonderen Art. Zwischen Hauptbahnhof und Alster liegt seit 1843 am Alstertor das Thalia Theater, wie viele 1933 ideologisch gleichgeschaltet, und heute Ort eines öffentlichen Show-Prozesses gegen die inzwischen stimmenreichste Oppositionspartei der Nachwende-Bundesrepublik jenseits der Merkel-Ära.
Das Thalia versteht sich, so heißt es, nicht nur als Bühne für klassische Stoffe, sondern als „Ort gesellschaftlicher Selbstbefragung“.
Wer an diesem Abend zuhörte, musste sich zunächst durch viel wohlklingendes Polit-Vokabular arbeiten, das von der Bühne aus in Reden und Einführungen vorgebracht, aufgesagt wurde. „Wehrhafte Demokratie“, „Schutz der Grundordnung“, „Verantwortung der Mehrheit“, „historische Lehre“. Alles richtig klingend. Alles bekannt. Alles oft gesagt. Und doch weht ein Hauch 1984 mit – die Umdeutung aller Begriffe.
Die UNO-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit, Khan, hatte vor wenigen Tagen nach einem Besuch in mehreren deutschen Städten geäußert, sie sehe die Freiheit zur Meinungsäußerung in Deutschland ernsthaft in Gefahr. Hat das mit all dem hier vielleicht auch zu tun?
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