von Klaus Kunze
Die Auflösung des deutschen Volkes
Das ethnische deutsche Volk befindet sich in amtlicher Auflösung. Diese Auflösung wurde von langer Hand geplant und wird jetzt quasi generalstabsmäßig durchexerziert. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern das nüchterne Resultat eines Blickes auf die Fakten und auf die politischen Absichten der maßgeblichen Akteure.
Das deutsche Volk ist ein mehrdeutiger Begriff. Ursprünglich hatte es sich nicht zwingend mit Verwandtschaft zu tun. Zum folc gehörte in althochdeutscher Zeit, wer dem Kriegsvolk „folgte“. Einem wandernden Volk schlossen sich in der Völkerwanderungszeit vielerlei Leute an. Im Laufe der Jahrhunderte verband sich das Wort Volk aber fest mit dem Begriff des deutschen Volkes. Zu ihm zählte man alle Menschen deutscher Muttersprache.
Die harten Fakten und ihre Gründe
Bekanntlich lebten niemals alle Deutschen in einem Staat zusammen. Den verschiedenen deutschen Staaten haben immer auch Menschen angehört, die nicht deutsch sprachen. Volkszugehörigkeit ist ein faktischer Zustand, Staatsangehörigkeit ein rechtlicher. Daß die Staatsangehörigen der Bundesrepublik weniger würden, läßt sich nicht feststellen. Es können ausreichend Pässe nachgedruckt werden.
Der Unterschied war früher auch gesetzlich völlig klar:
“Deutscher Volkszugehöriger im Sinne dieses Gesetzes ist, wer sich in seiner Heimat zum deutschen Volkstum bekannt hat, sofern dieses Bekenntnis durch bestimmte Merkmale wie Abstammung, Sprache, Erziehung, Kultur bestätigt wird”
§ 6 BUNDESGESETZ ÜBER DIE VERTRIEBENEN UND FLÜCHTLINGE (BGBL. I 1971, 1563 FF., UND DIE NEUFASSUNG VOM 2.JUNI 1993, BGBL.1993, 829 FF. SOWIE ANDERE GESETZE.
Die Deutschen als Volk halbieren sich aber von Generation zu Generation. Das hat strukturelle Gründe und wird von einem mächtigen ideologischen Druck flankiert. Daß dieser spezifische Druck nicht die alleinige Ursache ist, zeigt uns ein Vergleich mit Nachbarländern, in denen der weltanschauliche Rückblick auf die Jahre vor 1945 zu einem positiven Verständnis der nationalen Identität führte und die trotzdem nicht dem Phänomen des anhaltenden Geburtenschwundes entgangen sind.
Die historische Demographie und die Genealogie weisen übereinstimmend auf, daß es seit Beginn schriflicher Aufzeichnungen über Geburten einen Sog vom Land in die Städte gab. Nie haben Städte ihre Einwohnerschaft aus sich selbst heraus reproduziert. Sie empfingen immer Zuzug vom Land. Bevölkerungsüberschuß auf dem Land, aber Bevölkerungsschwund in den Städten, das ist eine Gesetzmäßigkeit, deren Gründe gut erforscht sind. Stadtbürgern brachte Kinderreichtum häufig Armut, dem Landvolk fleißige Hände und eine Art Altersvorsorge.
Eine industrielle Massengesellschaft ist städtisch. Sie benötigt zu ihrem Bestandserhalt fortwährenden Zuzug. Heute leben die wesentlichen Teile der deutschen Bevölkerung in solchen Verhältnissen. Kinderreichtum wird wirtschaftlich nicht belohnt, sondern durch Absinken des Sozialstatus bestraft.
Die weichen Fakten und ihre Gründe
Wollen die Deutschen überhaupt noch ein Volk sein? In politischer Hinsicht ist das ihre Existenzfrage.
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