China-Protokolle: Menschenrechtsverletzungen und Welteroberungspläne einer mörderischen Diktatur

von Werner Olles

China-Protokolle: Menschenrechtsverletzungen und Welteroberungspläne einer mörderischen Diktatur

Es gehört Mut dazu, sich mit der mörderischsten Diktatur der Welt anzulegen und die zahllosen Verbrechen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) offen beim Namen zu nennen, denn der geheimdienstlich-terroristische Arm des totalitären Regimes reicht weit. Die Autorin und Journalistin Alexandra Cavelius und die kasachische Medizinerin, Schuldirektorin und ehemalige KPCh-Funktionärin Sayragul Sauytbay legen mit „China-Protokolle“ ein Buch vor, das nicht nur die politische und wirtschaftliche Einflussnahme Chinas in Europa, Ostasien und Afrika vorwirft, die von Aggressivität, äußerster Rücksichtslosigkeit und systematischer Ausbeutung geprägt ist, sie vertiefen auch ihre bemerkenswerte Analyse, indem sie Pekings perfide Politik der letzten sieben Jahrzehnte aufzeigen, die von der völkerrechtswidrigen Okkupation Tibets, der Unterdrückung und Vertreibung der Tibeter und ihre Ersetzung durch Chinesen, der ständigen militärischen Bedrohung der von der im Bürgerkrieg unterlegenen national-chinesischen Kuomintang gegründeten unabhängigen Insel-Republik Taiwan, dem früheren Formosa, der permanenten Bespitzelung und Repression der Bürger Hongkongs bis zum Völkermord an den muslimischen Uiguren in Ostturkestan, der Auslöschung der Anhänger der buddhistischen Meditationsschule Falun Gong und der Zerschlagung der romtreuen Katholischen Kirche reicht.

Völlig normal ist in Rot-China auch die lückenlose Überwachung der eigenen Bevölkerung durch ein Spitzelsystem, das weltweit einmalig ist, und dem sich niemand entziehen kann. Dieses System, das sich modernster Überwachungstechnologien bedient, zählt zu jenen Visionen einer sinozentrischen neuen Weltordnung, die den transhumanistischen Dystopien des „Great Reset“ eines Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros und ihren globalistischen Politikerfreunden als Vorbild dient bei ihrer geplanten Kontrolle der Bürger und der Etablierung eines Systems der „Armut für alle“, ausgenommen natürlich für die globalen Eliten und ihre politischen Vasallen.

Schwerpunktmäßig befassen sich die Autorinnen zwar mit den Menschenrechtsverletzungen der KPCh, doch kommen auch die Welteroberungspläne Pekings zur Sprache, die sie bereits in ihrem Bestseller „Die Kronzeugin“ (München 2020) mit eindrucksvollen Dokumenten belegten. Doch ist man fast geneigt, die brutale Niederschlagung der demokratischen Protestbewegung in Hongkong, Rot-Chinas aggressives Auftreten im südchinesischen Meer, die Industriespionage im westlichen Ausland inklusive Patentklau im Vergleich zu den grauenvollen Geschehnissen in Ostturkestan (chin. Xinjiang) als „kleine Fische“ zu bezeichnen. Seit 2017 hat Peking die Nordwest-Region nachweislich mit einem Netz hochmoderner Konzentrationslager überzogen, die vom Regime schöngefärbt als „Berufsbildungszentren“ bezeichnet werden, in denen in „freiwilligen Bildungsmaßnahmen“ „extremistisches Gedankengut“ bekämpft werde. Tatsächlich handelt es sich bei den Lagern um riesige Komplex, die meist versteckt in den Bergen liegen, manche sind auch unterirdisch angelegt. Hier werden hautsächlich Uiguren, aber auch andere ethnische Minderheiten nicht nur mittels physischer und psychischer Gewalt ihrer Kultur, Religion und Identität beraubt, sondern auch als rechtlose Arbeitsklaven bis zur völligen Erschöpfung ausgebeutet und mit modernster Technik sowie mittelalterlichen Foltermethoden oft bis zum Tod gequält.

Uiguren in Kaschgar: eine unterdrückte Minderheit in der Provinz Xinjiang.
Bild Christian Ader

Die Geschichten der Überlebenden und Zeugen sind für den Leser zutiefst verstörend und albtraumhaft. Die dem Grauen Entkommenen berichten über noch nie dagewesene industrialisierte Formen der Zwangsarbeit, des Massenmords und des Organhandels. Die Zeugen sind durch diese finsterste Unmenschlichkeit schwer gezeichnet von Krankheiten und Traumata. Sie erlebten den offenen Vernichtungsfeldzug der KPCh und ihrer Kader gegen die einheimische Bevölkerung in Ostturkestan, die grausamen Torturen in den Gulags oder die erbarmungslose Jagd der rot-chinesischen Agenten auf Dissidenten, Flüchtlinge und Zeugen der Greueltaten in Kasachstan.

Als Tor zum Westen ist Ostturkestan für die KP strategisch sehr bedeutsam, denn hier laufen im weltweit größten Infrastrukturprojekt „Neue Seidenstraße“ die Handelswege und Investitionsströme zusammen. In der Tat kamen die Chinesen jedoch als Fremde in das Land, sie sehen anders aus, sprechen eine andere Sprache und haben als materialistische Atheisten eine völlig andere Kultur. Die Kommunisten raubten den einheimischen Uiguren alle Rechte, was zu Protesten und Aufständen führte, die eine Autonomie zum Ziel hatten, von der rot-chinesischen Armee jedoch blutig niedergeschlagen wurden. Pekings Kader sicherten sich hingegen mit Unterstützung der radikal-islamistischen Taliban die Bodenschätze und Rohstoffe im Wert von mehreren Billionen Dollar.

Flüchtlinge aus Ostturkestan werden von den Kadern und Agenten der KPCh auch in den Nachbarländern gnadenlos verfolgt, und wenn sie ausgeliefert werden, bedeutet dies in der Regel ihr Todesurteil. Die Repression gegen die sogenannten drei Übel „Separatismus, Terrorismus und Extremismus“ geht dabei inzwischen so weit, daß Personen, die an Gedenkfeiern für vom Regime Ermordeten oder zu Tode gefolterten Uiguren, Kasachen und Falun Gong-Anhänger teilnehmen, mit fünf Jahren Lagerhaft bestraft werden, egal ob es sich um Frauen, Männer, Greise oder Kleinkinder handelt. Familien werden systematisch auseinandergerissen, Kinder von ihren Eltern getrennt, unschuldige Menschen zu Opfern von Zwangsarbeit und für die KPCh lukrativem Organhandel.

Es ist höchste Zeit, der Clique in Peking die Maske des falschen Lächelns vom Gesicht zu reißen, die Welt wachzurütteln und die unmenschliche Politik der größten politischen Organisation der Welt als Bedrohung für den Frieden und die Freiheit aller Völker zu entlarven. Die blutige Geschichte der KPCh, ihr Tyrannei, die bis zum Völkermord reicht und von den Kadern als „geistige Hygiene“ bezeichnet wird, die totalitäre Vision der Verwirklichung einer weltweiten Diktatur der Partei, die mörderische Politik gegen alle nicht-chinesischen Ethnien, die jede Ungerechtigkeit und jedes Verbrechen der Machthaber schlucken müssen, all dies ist Teil einer bevorstehenden „neuen Kulturrevolution“, die nicht von ungefähr an jene im Achsenjahr 1968 von Mao Ze Dong angezettelten „Kulturrevolution“ erinnert, die nichts anderes war als eine politische Säuberung im Stil des Sowjet-Herrschers Stalin mit hunderttausenden Todesopfern.

Seit der Machtübernahme von Xi Jinping 2012 ist das oberste Ziel die Kontrolle aller Menschen in Rot-China mit modernsten Technologien. Jedes Handy, alle Fernseher, Router und Strommasten sind zu diesem Zweck mit Spionagegeräten ausgestattet: Ein Big Data-Programm, das zur vorausschauenden Arbeit von Polizei und Sicherheitsdiensten genutzt wird. Um ihren Genozid in Ostturkestan zu begehen, hat die KPCh den Gerichten unbegrenzte Rechte gewährt, die es ihnen erlaubt, Uiguren, Kasachen, Kirgisen, Usbeken, Tadschiken, Mongolen und Tataren, die im Verdacht stehen sich nicht an die Befehle der Partei zu halten, hinter Gitter oder in ein Lager zu schicken. Was dort mit den Menschen geschieht, reicht von Vergewaltigung, Zwangssterilisation, zwangsweiser Abtreibung, Kinderarbeit unter erbärmlichen Bedingungen, jeglicher Art von Folter, Organraub, der zum monströsen Milliardengeschäft geworden ist und Inhaftierung in kalten Eisenkäfigen bis zum Mord.

Chinas Großmachtpläne sehen vor, bis 2049 an der Weltspitze zu stehen. Dazu dient ein unüberschaubares Netz aus Flughäfen, Häfen, Pipelines, Stromnetzen und Zugstrecken in Asien, Afrika und Europa. Sogar eine „polare Seidenstraße“ ist geplant, die Welt soll nach dem Willen KPCh geopolitisch neu geordnet werden. Knebelverträge und die Vergabe vermeintlich günstiger Kredite lenken die Länder Asiens, Afrikas und Europas davon ab, daß sie ihre wichtigsten Besitztümer wie Häfen (Piräus), Ländereien, Rohstoffe, landwirtschaftliche Großbetriebe, Konzerne und ganze Einkaufs-, Büro- und Stadtviertel an China überschrieben haben. So werden beispielsweise die Stromnetze und Wasserkraftwerke von Laos inzwischen von Peking kontrolliert, weltweit besitzt die KPCh bereits jedes vierte Container-Terminal und Sri Lanka hat seinen Hafen für 99 Jahre an China „vermietet“. Entlang des „Seidenstraße“ finden Landraub, Umweltverschmutzung und Verstöße gegen das Arbeitsrecht in gigantischem Ausmaß statt, ganz zu schweigen von den milliardenschweren Bauprojekten, bei denen sich der KPCh nahestehende chinesische Unternehmer und Staatsfirmen auf Kosten der daran beteiligten Arbeiter die Taschen füllen.

Auch in der WHO, im IWF und der UNO hat die KPCh ihre Macht ausgebaut, daher ducken sich inzwischen zahlreiche Länder unter die Knute Chinas. Als einziges EU-Land wagte es Litauen in Vilnius eine taiwanesische Botschaftsvertretung zu führen und will auch weiter seine politischen und ökonomischen Beziehungen zu Taiwan ausbauen. Umgehend traf der Zorn der chinesischen Führung Litauen mit zahlreichen Strafmaßnahmen und Sanktionen. Doch das kleine Land knickte nicht ein, sondern forderte seine Bürger auf, chinesische Handys wegzuwerfen und nicht mehr zu kaufen, da z.B. Smartphones der Marke Xiaonu über integrierte Zensurfunktionen verfügen, die alle Informationen über Tibet, Taiwan oder Hongkong automatisch aussortieren. Mittlerweile hat man ähnliche Sicherheitslücken auch beim chinesischen Hersteller Huawei in P40 5G-Telefonen entdeckt und warnt vor deren Benutzung. Eine sehr gute Idee, wie man die Führung der KPCh in ihrem Weltmachtstreben stoppen kann, stammt vom ehemaligen Trump-Berater Steve Bannon. Er fordert, sämtliche Vermögenswerte inklusive der unermeßlichen weltweiten Immobilien-Besitztümer der obersten Kader der Partei zu beschlagnahmen.

In der Tat wären noch weitaus härtere Maßnahmen angebracht, da inzwischen immer mehr Filmaufnahmen aus den abgeschotteten Konzentrationslagern Xinjiangs an die Öffentlichkeit gelangen. Sie zeigen unvorstellbare Grausamkeiten: Säuglinge, die in den Kinderlagern weinend nach ihren Müttern rufen, Zwangsarbeiter, die im eiskalten Winter auf der nackten Erde schlafen müssen, uigurische Mädchen, die als Sklavinnen chinesischen Gästen zu deren Verfügung gestellt werden, bis auf das Skelett abgemagerte Menschen, die sterbend auf ihren Pritschen liegen, kasachische Mütter, die seit Monaten vor der chinesischen Botschaft in der Hauptstadt Almaty für die Freilassung ihrer Familien demonstrieren, neue Umerziehungs- und Arbeitslager in Tibet und der Inneren Mongolei, wo die Kinder gewaltsam gezwungen werden, Chinesisch zu lernen.

Es ist höchste Zeit, sich gegen die aggressive geostrategische und menschenverachtende Politik der KPCh zu wappnen und allen Bürgern den Terror und das Grauen in den weltweit größten Konzentrationslagern vor Augen zu führen, wenn wir nicht eines Tages in einem ähnlich totalitären System aufwachen wollen. Für ihren Mut, den Lesern die Wahrheit über Rot-China und die KPCh gezeigt zu haben, gebührt den Autorinnen dieses Buches unser aller Dank.

Alexandra Cavelius/Sayragul Sauytbay: China Protokolle. Vernichtungsstrategien der KPCh im größten Überwachungsstaat der Welt. Europa Verlag. München 2021, 2.Aufl., 416 Seiten, 22.- Euro

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Werner Olles

Werner Olles

Werner Olles, Jahrgang 1942, war bis Anfang der 1980er Jahre in verschiedenen Organisationen der Neuen Linken (SDS, Rote Panther, Jusos) politisch aktiv. Nach grundsätzlichen Differenzen mit der Linken Konversion zum Konservativismus und traditionalistischen Katholizismus sowie rege publizistische Tätigkeit in Zeitungen und Zeitschriften dieses Spektrums. Bis zu seiner Pensionierung Angestellter in der Bibliothek einer Fachhochschule, seither freier Publizist.

Autor der Bücher:

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Grenzgänger des Geistes. Vergessene, verkannte und verfemte Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

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Feindberührungen – Wider den linken Totalitarismus!

9 Kommentare zu „China-Protokolle: Menschenrechtsverletzungen und Welteroberungspläne einer mörderischen Diktatur

  1. Seit nun fast 2 1/2 Jahren riegelt China im Rahmen ihrer sogenannte Null-Covid-Politik immer wieder ganze Millionenstädte ab. Aktuell in Shanghai. Menschen werden in Wolkenkratzer in ihren Wohnungen eingesperrt, kleine Kinder von ihren Eltern isoliert, ihnen weggenommen und in sogenannten Quarantäne-Lagern eingesperrt. Für die Menschen ist die Situation dramatisch, es sind humane Katastrophen, die sich abspielen. Die Menschen stehen auf den Balkonen ihrer Wohnungen und schreien vor Hunger und Durst. In den westlichen Medien werden derartige Bilder nicht gezeigt, auch wird darüber nur spärlich berichtet. Warum ist das so? China ist seit Anfang 2020 ein Vorbild für den Westen im Verhängen von Zwangsmaßnahmen gegen die eigenen Bürger zur Bekämpfung des Corona Virus. Vor Jahren noch unvorstellbare Zwangsmaßnahmen wurden von den westlichen Regierungen übernommen und in ihren jeweiligen Ländern angewandt. Leider auch durch Duldung ihrer eigenen Bevölkerungen. Deshalb ist die teilweise zu hörende Kritik im Westen an China unehrlich. Insgeheim ist man sich einig, dass, wenn erforderlich, jegliche Maßnahmen gegen die eigenen Bürger angewandt werden können. Man ist bereit, dabei von China zu lernen, deshalb war und ist Xi Jinping in Davos bei Klaus Schwab ein gern gesehener Gast.

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  2. „Es ist höchste Zeit, der Clique in Peking die Maske des falschen Lächelns vom Gesicht zu reißen, die Welt wachzurütteln und die unmenschliche Politik der größten politischen Organisation der Welt als Bedrohung für den Frieden und die Freiheit aller Völker zu entlarven.“
    Das ist wohl eine klare Kriegserklärung an China. Die ersten Kriege gegen China, von England als „Opiumkriege“ geführt, galten ja auch der Menschenrechtsverwirklichung, daß die Freiheit des Handels durch den Schurkenstaat China beeinträchtgt wurde. Jetzt da China und Rußland die gewichtigsten Gegenmachtzentren für das Projekt der kapitalisttischen Einheitswelt bilden, der Weltherrschaft des „freien Westes“, ist es klar, daß gegen sie nun ein
    Propagandakrieg geführt wird,die Kalte Kriegsrhetorik ist wieder angesagt gegen die Restfeinde.Ob nun nicht doch der Westen den 3.Weltkrieg in Angriff nehmen sollte? Gegen Afghanistan und Libyen führte der Westen ja schon n seine Menschenrechtskriege,jetzt gegen Syrien..

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    1. So, so, Rot-China ist also eines der „gewichtigsten Gegenmachtzentren für das Projekt der kapitalistischen Einheitswelt“. Sorry, aber das ist nun wirklich nicht mehr ernst zu nehmen. Rot-China ist im Gegenteil das ganz große Vorbild für den „Great Reset“ und den Milliardärs-Sozialismus der Herren Soros, Gates, Schwab etc. Staatsmonopolistischer Kapitalismus gepaart mit einem teleologischen Totalitarismus, der weltweit seinesgleichen sucht. Horkheimers Erkenntnis von der „Hölle und dem Zuchthaussystem einer chinesischen Weltherrschaft“ haben wohl leider viele vergessen oder verdrängt. Was zudem die Wahrheit über den größten Überwachungsstaat der Welt mit einer „Kriegserklärung“ zu tun hat, erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Wem die Spitzelei und die Repression in der BRD samt seiner „westlichen Werte“ nicht ausreicht, mag ja gerne von chinesischen Verhältnissen träumen und Chinas in die übrige Welt exportierten Schrott und Schund goutieren. Ich wünsche dazu viel Vergnügen!

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  3. Diese Gleichsetzung von China und Great Reset funktioniert m. E. überhaupt nicht. Schwabs Great Reset ist ein Projekt des linksliberalen, US-dominierten Globalismus. Darin gibt es zwar transhumanistische Vorstellungen, die bei oberflächlichem Blick gewisse Ähnlichkeiten mit Chinas digitalisierter Überwachung aufweisen, aber das war es auch schon. Auch die restriktive Covid-Politik in China entspringt wohl eher dem Trauma, dass sie nun mal Corona-„Ursprungsland“ sind, anfangs den noch aggressiveren Varianten ausgesetzt waren und dort nun einmal Menschen auch auf sehr engem Raum leben.

    Man muss nur die gesellschaftspolitischen Unterschiede zwischen China einerseits und Globalisten wie Schwab, Soros und Co andererseits anschauen, um zu sehen, dass das ideologisch und praktisch nicht zusammenpasst. China betreibt identitäre Politik, ist gesellschaftspolitisch konservativ und strebt den Erhalt (und sicherlich die Ausbreitung) der eigenen Kultur an anstatt einen individualistisch-globalistischen Einheitsbrei, in dem jede kollektive Identität atomisiert wird. Insofern passt diese Diagnose hier weder politisch noch soziologisch. Zudem ist in der Tat erwartbar, dass gerade jetzt die westliche Propaganda gegen den anti-globalistischen Block um Russland und China besondere Höhenflüge erlebt. Ich finde, in diesen Chor sollte man nicht einstimmen.

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  4. Werter Herr Sander,
    auf Ihren Kommentar möchte ich wie folgt antworten. Weder der Autor Werner Olles noch einer der Kommentatoren hat die Politik Chinas mit der der Macher des Great Reset gleichgesetzt. Im ursprünglichen Artikel handelt es sich im Übrigen um eine Buchbesprechung des Buches „China Protokolle“.

    Ihre Ausführungen über die gesellschaftlichen Unterschiede sind sicher richtig, allerdings keine Antwort auf die gemachten Positionen in dieser Diskussion. Es ging dabei ausschließlich darum, dass bestimmte Methoden der innepolitischen Restriktionen gegen das eigene Volk, den transhumanistischen Vorstellungen von Klaus Schwab und Konsorten gerade Recht kommen, um sie in Ihre eignen Agenda zu integrieren. Besonders deutlich ist das bei den COVID 19 Maßnahmen geworden, wo es in zahlreichen westlichen Ländern auch das Wegsprerren der Menschen u. Anderes gegeben hat. Demokratische Institutionen wurden entmachtet, ja gar die Rechtsaatlichkeit ausser Kraft gesetzt, alles Dinge die es in China schon immer gegeben hat. Schab übernimmt lediglich die alte kommunistische Kampfparole „von (China) lernen heisst siegen lernen“. Das heisst die selektive Übernahme gewisser Repressionsmaßnahmen um die lästigen demokratischen Spielregeln beiseite zu schieben. Man bedient sich dabei dem Faktor Angst, genau wie die KPCH, um die schweigende oder auch zustimmende Unterstützung zu erhalten.

    Als ehemaliger Maoist, der sich nun seit 50 Jahren mit der chinesischen Politik beschäftigt hat kann ich sagen, dass es im Westen immer eine Akzeptanz oder besser sogar eine heimliche Begeisterung für die Politik der KPCH gegeben hat. Dies war sogar schon in der Kulturrevolution der Fall. Zahlreiche Intellektuelle des Westens begleitenden die Ereignisse wohlwollend. Ich möchte hier zwei Bücher erwähnen. Edgar Snow: „Roter Stern über China“ und Claudie Broyelle „Die Hälfte des Himmels“. Beide Bücher waren Ende der 60er Bestseller.
    Auch war Teng Tsio Ping bis 1989 ein Hoffnungsträger des Westens. Erst nach seiner Verantwortlichkeit für die Niederschlagung der Studentenbewegung auf dem Platz des himmlichen Friedens erfuhr dies eine Änderung.

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  5. In aller Kürze: Das Buch einer Betroffenen über den Terror der KPCh gegen religiöse und ethnische Minderheiten und die Rezension dieses Buches ersetzen gewiß keine geopolitische Analyse, doch darum ging es auch nicht.
    Die Freude mancher Rechten über die eurasischen Träumereien und Märchen mögen diesen zwar ein bissel Befriedigung und Hoffnung bringen, doch dazu gibt es keinerlei Anlaß. Rot-China staatsmonopolistischer Kapitalismus ist einer der Hauptakteure des Globalismus und die Diktatur nach innen ist das große Vorbild für den Great Reset der Herren Schwab, Gates, Soros etc.
    Daß Rußland näher an China rückt ist die logische Konsequenz der verlogenen, heuchlerischen und kriegstreiberischen Politik des USA, der Nato, der EU und des Westens. Doch sollte Rußland äußerst vorsichtig sein, damit es mit seinem neuen Freund nicht vom Regen in die Traufe kommt. China hat Interessen, die es rücksichtslos durchsetzt, darin unterscheidet es sich in keiner Weise vom „freien Westen“ (siehe Tibet, Hongkong, Taiwan). Chinas sogenannte „identitäre Politik“ gilt übrigens nur für Han-Chinesen, das haben schon die post-68er K-Gruppen nicht kapiert, in deren Fußstapfen jetzt neuerdings auch sogenannte „intellektuelle Neue Rechte“ treten.

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    1. Globalismus ist nicht nur ein ökonomisches, sondern ein gesamtgesellschaftliches und gesellschaftspolitisches Phänomen. Das kann man nicht auf wirtschaftspolitische Fragen reduzieren, und genau deswegen funktioniert Ihre Analyse hier nicht, Herr Olles. Globalismus ist inhärent verbunden mit individualistisch-linksliberal-progressivem Gedankengut: Mit LSBTIQ-Zelebrierung, mit linksliberaler Identitätspolitik, mit Wokeismus. Das sieht der chinesische Kollektivismus fundamental anders.

      Ich habe den Eindruck, dass Sie hier aus einer doppelten Abneigung heraus zwei Feindbilder zusammenwürfeln. Das passt aber nicht annähernd. Soziologsich gesprochen könnte man sagen: Globalisten wollen eine funktional differenzierte Weltgesellschaft oder – je nach Ausgeprägtheit ihres wirtschaftsliberalen Denkens – eine mit Primat der Ökonomie. China will funktional entdifferenzierte Nationalgesellschaften mit Primat des Politischen, und mit eigener politischer Hegemonie. Gerade Ihr Zusatz hinsichtlich Han-Chinesen verdeutlicht diesen Unterschied zum linksliberalen Denken. Beides sind ideologisch und sozialstrukturell zum Himmel schreiende Unterschiede!

      Ich bezweifle auch, dass Schwab und Co Chinas Wirtschaftssystem so toll finden. Am Ende träumen diese Leute immer noch von der freien, entpolitisierten Marktwirtschaft. Und die liegt in China trotz aller ökonomischen Liberalisierung der letzten Jahrzente nicht vor. Es gibt durchaus immer noch planwirtschaftliche Elemente und ein klares Primat des Staates über die Ökonomie. Milliardäre, die opponieren, sind ganz schnell weg vom Fenster. Dafür hätte ein Weltwirtschaftsforum nichts übrig. Für die muss das Machtverhältnis genau andersherum ausgestaltet sein: Politiker, die gegen die Global Player opponieren, sind weg vom Fenster. Sie vermischen hier zwei einander völlig entgegengesetzte Kausalitätsketten.

      Natürlich hat China Interessen. Hat doch nie wer bezweifelt. Ist auch völlig normal, dass Staaten Interessen haben. Das Problem liegt ja nicht darin, dass ANDERE ihre Interessen verfolgen, sondern darin, dass WIR es nicht in genügendem Maße tun. Ich finde es immer etwas tragisch, wenn Leute sich über die Interessenpolitik anderer echauffieren, weil man da manchmal den Eindruck hat, diese Empörung entspringt eigentlich der Enttäuschung durch die Desillusionierung von früheren Idealen. Oder mit Ihnen gesprochen, Herr Olles: Von „Träumereien und Märchen“.

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  6. Herr Sander, ich ziehe den Hut vor der intellektuellen Brillanz, mit der sie es auf geradezu geniale Weise vermieden haben sich dem eigentlichen Thema substantiell zu nähern, um dann zum Schluß auch noch sozusagen tiefenpsychologisch mein geschunden Seelenleben zu analysieren, ein Liebesdienst, der mir mindestens zehn psychotherapeutische Sitzungen erspart hat.
    Aber im Ernst: So nicht, lieber Freund!

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    1. Ich habe mich dem Thema genähert, das ich hier als das wichtigste erachte, nichts anderes. So wie das vermutlich jeder macht, der einen Artikel kommentiert. Man greift die Facetten heraus, die man als bedeutsam erachtet; andere lässt man weg. Alles im Leben ist Selektion, Gewichtung und Priorisierung. So wie nun Ihre Selektion, gegen meinen geschilderten Eindruck zu polemisieren, der mir aber zeigt, dass Sie hier offenbar sehr emotionalisiert sind. Das ist normal und aus den im letzten Kommentar geschilderten Gründen verständlich, erschwert aber eine sachliche Debatte. 🙂

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