Vor 75 Jahren starb Ernst Wiechert, eine bedeutende Stimme der Inneren Emigration

von Peter Backfisch


Vor 75 Jahren starb Ernst Wiechert, eine bedeutende Stimme der Inneren Emigration

Wer sich mit der Deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts beschäftigt, kommt an dem ostpreußischen Schriftsteller Ernst Wiechert (1887 – 1950) nicht vorbei. Er hat ein umfangreiches Werk mit insgesamt dreizehn Romanen, zwei Autobiografien, Novellen, vierzig Märchen, Theaterstücken, Tagebücher und mehrere Reden an die Deutsche Jugend geschaffen. Einige seiner Bücher waren in den 1930er Jahren, wie auch nach dem Zweiten Weltkrieg, Bestseller. Die Vorstellungswelt der beschriebenen Menschen war von der Landschaft seiner Heimat in Masuren, den Seen, Mooren und Wäldern geprägt, in der sie sich zu Hause fühlen. „So zu Hause ist er in diesem Land, in dem Geruch von Wasser, Erlen und Gras. In der dunklen und schweren Strömung, die dies alles trägt“ (aus: Die Magd des Jürgen Doskocil). Humanität, die Liebe zur Natur, für Wiechert unvergängliche Werte, die ewige Gültigkeit haben. Gründlichkeit, Langsamkeit, Schweigsamkeit, Schwere und Melancholie – Charaktereigenschaften der Protagonisten in Wiecherts Romanen, die er dem rastlosen Leben in den Metropolen der Moderne entgegenstellt und die für das „bessere Leben“ stehen sollen. Wirkliche Freiheit von jeder hergebrachten Ordnung mit all ihren Zwängen kann für ihn nur durch einen freien Geist erreicht werden. Kraft der Natur ist er den Menschen einfach gegeben, ohne dafür einen ideologischen Überbau zu benötigen.

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Kinder an die Macht: Die große Pizza-Erdbeereis-Verschwörung

von Hanno Borchert

Kinder an die Macht: Die große Pizza-Erdbeereis-Verschwörung

Bei einer spektakulären Razzia in mehreren Bundesländern hat die Polizei gestern mehrere Mitglieder einer mysteriösen Gang festgenommen – wohl die jüngste Bedrohung nicht nur unserer, nein, der gesamten Weltordnung! Einer der festgenommen: ein 14-Jähriger! Doch die Behörden stehen vor einem Rätsel, denn die wahre Macht hinter dieser finsteren Organisation bleibt im Dunklen. Gerüchten zufolge wird die Gruppe von einem geheimnisvollen Anführer gelenkt – einem 9-jährigen Mastermind, der angeblich in einer verborgenen Baumhausfestung mit schweren Schokokanonen lebt.

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Europa und die Seele des Ostens – eine Buchbesprechung

von Werner Olles

Europa und die Seele des Ostens – eine Buchbesprechung

In Zeiten, in denen im Osten und Süden der Ukraine zwei slawische Brudervölker – Rußland und die Ukraine – in einen grausamen, unbarmherzigen Krieg verstrickt sind, der bereits zu Zehntausenden Gefallenen auf beiden Seiten geführt hat, sind Bücher wie Walter Schubarts „Europa und die Seele des Ostens“ geradezu ein humaner Appel, dessen Intensität in einem scharfen Kontrast zum Krieg und der durch ihn verursachten quälenden Not steht. Einmal mehr wird hier das Ausgeliefertsein des einfachen Soldaten in den physischen Gemetzeln, die sich zu einer metaphysischen Konfrontation der Zivilisationen entwickelt hat, sichtbar. Doch geht es in Schubarts Werk nicht um die physischen und psychischen Schäden eines schrecklichen Krieges, vielmehr liegt das Hauptanliegen des Autors, wie er in seiner Einleitung schreibt, „in dem elementaren Erlebnis des Gegensatzes zwischen dem westlichen und östlichen Menschen. Es steht nicht im Zeichen des Untergangs, sondern der Erneuerung des Lebens. Es ist nicht vom bedrohten Westen, sondern vom erwachenden Osten her empfunden. Es ist außerhalb der römisch-germanischen Völker entstanden, räumlich und geistig, an einem Punkt, von wo sich der Blick über das Abendland als Ganzes werfen ließ“.

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Das Kriegsende 1945 – Der Schrecken hatte viele Namen

von Arno Surminski

Das Kriegsende 1945 – Der Schrecken hatte viele Namen

80 Jahre Kriegsende: Gedenken an die Vertreibung der Deutschen im Osten

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht. 2025 jährt sich dieses Ereignis zum 80. Mal – ein Anlass, an die katastrophalste Niederlage der Deutschen und die leidvollen Folgen zu erinnern, insbesondere an die Vertreibung der Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten.

Die Kapitulation markierte zwar das Ende der NS-Herrschaft, doch für viele Deutsche im Osten begann eine Zeit des Leidens. Etwa 12 bis 15 Millionen Deutsche mußten ihre Heimat in den Gebieten jenseits von Oder und Neiße, im Sudetenland sowie in Mittel- und Südosteuropa verlassen. Flucht, Deportation und staatlich angeordnete Vertreibungen prägten diese Jahre. Schätzungen zufolge starben bis zu drei Millionen Menschen durch Gewalt, Hunger oder Krankheit. Es gibt keinen Grund, den 8. Mai 1945 als Tag der „Befreiung“ zu verklären oder gar zu feiern!

(Vorwort der wir selbst-Redaktion)

Mit den Sammelbegriffen Flucht oder Vertreibung werden wir den Ereignissen des Kriegsendes nicht völlig gerecht. Jene Zeit war differenzierter, der Schrecken hatte viele Namen. Es gab die Flucht und später die Vertreibung. Ein Kapitel für sich war das Zusammentreffen der Zivilbevölkerung mit der Front und schließlich ein heute fast verdrängter Komplex: die Verschleppung.

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Buchbesprechung: „Der Eurasien-Komplex: Warum und wie dem Westen die Zukunft entgleitet“

von Hanno Borchert

Buchbesprechung: „Der Eurasien-Komplex: Warum und wie dem Westen die Zukunft entgleitet“

Buchbesprechung: „Der Eurasien-Komplex: Warum und wie dem Westen die Zukunft entgleitet“ von Uwe Leuschner und Thomas Fasbender

Das Buch „Der Eurasien-Komplex: Warum und wie dem Westen die Zukunft entgleitet“ von Uwe Leuschner und Thomas Fasbender ist ein äußerst interessantes und anregendes Werk, das die geopolitischen Verschiebungen im 21. Jahrhundert beleuchtet. Die Autoren, ein Ostdeutscher (Leuschner) und ein Westdeutscher (Fasbender), bringen ihre umfangreichen Erfahrungen aus jahrzehntelanger Tätigkeit in Eurasien, insbesondere in Rußland, China und Zentralasien, ein, um ein Plädoyer für Kooperation statt Konfrontation zwischen West und Ost zu formulieren. Das 256-seitige Buch im Paperback-Format ist im Verlag edition ost, einem Imprint der Eulenspiegel Verlagsgruppe, erschienen und kombiniert persönliche Anekdoten mit geopolitischer Analyse und richtet sich an Leser, die sich für internationale Beziehungen, insbesondere mit Rußland, Zentralasien und China und die Zukunft des Westens interessieren.

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Die Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV)

von Andreas Schnebel

Die Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV)

Die Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wirft aus rechtsstaatlicher Perspektive erhebliche verfassungs- und demokratietheoretische Bedenken auf. Kurz überlegt lassen sich folgende fünf zentrale Kritikpunkte formulieren:

1. Weisungsgebundenheit untergräbt Unabhängigkeit

Das BfV ist eine dem Innenministerium unterstellte, weisungsgebundene Exekutivbehörde – keine unabhängige Institution. Damit steht es in unmittelbarer Nähe zur herrschenden Regierung, deren politische Gegner es überwachen und diskreditieren darf.

Das widerspricht dem Prinzip der Gewaltenteilung.

Ein solcher Apparat kann missbraucht werden, um politische Konkurrenz mit dem Anschein der Neutralität zu delegitimieren – ein Vorgehen, das autokratische Systeme von Demokratien zu unterscheiden hilft. In keiner anderen westlichen Demokratie existiert ein solcher Gehemindienst, mit dem eine Regierung die Opposition und unliebsame Bürger überwachen und verfolgen kann.

2. Intransparenz und fehlende Rechenschaftspflicht

Die Behörde beruft sich auf ein nicht veröffentlichtes Gutachten, verweigert aber jegliche Offenlegung der Belege, die zur Extremismuseinstufung führten.

Ohne öffentliche Debatte und gerichtliche Überprüfbarkeit wird demokratische Kontrolle ausgeschaltet.

In einem liberalen Rechtsstaat müssen schwerwiegende Vorwürfe wie „gesichert extremistisch“ begründet, belegt und überprüfbar sein – nicht hinter verschlossenen Türen getroffen werden.

3. Instrumentalisierung des Begriffs der „freiheitlichen demokratischen Grundordnung“

Die sogenannte FDGO ist nicht klar rechtlich definiert, sondern ein politisch aufgeladener Begriff, der mittlerweile ideologisch verwendet wird. Wenn Kritik an Migrationspolitik oder ein konservatives Volksverständnis per se als „Verstoß gegen Menschenwürde“ gewertet wird, dann wird die FDGO zum Gesinnungskriterium und nicht zur objektiven Norm.

Die Gleichsetzung von unliebsamer Meinung mit Verfassungsfeindlichkeit ist selbst verfassungsfeindlich.

4. Verfassungsschutz als politischer Akteur

Das BfV agiert nicht nur beobachtend, sondern intervenierend – durch gezielte Einstufungen, Medienkampagnen und rechtspolitische Wirkungen (z. B. Vorbereitung auf Parteiverbot, Schwächung durch V-Leute, politische Stigmatisierung).

Damit wird der Verfassungsschutz selbst zum politischen Player, der in den demokratischen Willensbildungsprozess eingreift – ein klarer Verstoß gegen das Neutralitätsgebot einer Verwaltung.

5. Gefahr für politische Pluralität und Opposition

Die Konsequenz dieser Einstufung ist nicht Schutz der Demokratie, sondern eine Aushöhlung der pluralistischen Ordnung. Die politische Opposition wird mit dem Etikett „gesichert rechtsextremistisch“ mundtot gemacht, während reale verfassungswidrige Tendenzen etwa bei staatlichen Übergriffen, Grundrechtseinschränkungen und ideologischer Meinungslenkung nicht beobachtet, sondern teils sogar gedeckt werden.

Die Demokratie stirbt nicht durch Parolen, sondern durch deren selbsternannte Wächter.

Fazit:

Die Entscheidung des BfV stellt weniger eine objektive Sicherheitsmaßnahme als vielmehr einen politischen Akt mit gravierenden verfassungsrechtlichen Implikationen dar. In einem freiheitlichen Gemeinwesen darf die Beurteilung politischer Positionen nicht von einem regierungsnahen Geheimdienst vorgenommen werden, sondern muss in Öffentlichkeit, Parlament und Gericht verhandelt werden.

Die Rolle des Verfassungsschutzes in diesem Fall erscheint daher nicht als Schutzinstrument, sondern als Herrschaftsinstrument gegen die Opposition – und ist damit selbst verfassungsgefährdend.

Hier finden Sie die Druckausgaben der Zeitschrift wir selbst, Nr. 55/1-2024 und 54/1-2023:

Die beiden Druckausgaben des Jahres 2022 unserer Zeitschrift sind auch noch erhältlich:

Nicht im Stich gelassen – sondern zur Eigenverantwortung ermutigt: Was JD Vance Europa wirklich sagt

von Andreas Schnebel

Nicht im Stich gelassen – sondern zur Eigenverantwortung ermutigt: Was JD Vance Europa wirklich sagt

„Europa ist keine Priorität mehr“, titeln europäische Medien. „Trump lässt uns im Stich.“ Doch diese Schlagzeilen treffen nicht den Kern der Botschaft, die aus Washington kommt. Wer die Worte von US-Vizepräsident JD Vance genau liest, erkennt keine Abwendung – sondern eine eindringliche Mahnung: Europa soll endlich aufwachen, sich emanzipieren und Verantwortung für die eigene Zukunft übernehmen.

Die Vorstellung, dass Amerika unter Trump Europa den Rücken kehrt, ist bequem – aber irreführend. Sie lenkt davon ab, dass Vance in Wahrheit eine unbequeme Wahrheit ausspricht: Europa hat sich in sicherheitspolitischer, migrationspolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht viel zu lange auf die USA verlassen – und dabei die eigenen Bürger vergessen.

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Zum 10. Todestag von Günter Grass: Was er sagen musste

von Dr. Florian Sander

Zum 10. Todestag von Günter Grass: Was er sagen musste

Wenn wir Deutsche nicht in der Lage sind, uns ohne Hybris als Nation zu definieren, sei es mit Hilfe unseres nach wie vor vagen Kulturbegriffs: dann entsteht ein Vakuum, das ist sogar schon da.“

(Günter Grass, Diskussionsbeiträge in einem kulturpolitischen Streitgespräch, Die ZEIT Nr. 35 vom 22.08.1980; zitiert in Peter Brandt / Herbert Ammon (Hrsg.) (1981): Die Linke und die nationale Frage. Dokumente zur deutschen Einheit seit 1945. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, S. 366.)

Mit Günter Grass verstarb am 13. April 2015 nicht einfach „nur“ ein großer Schriftsteller, sondern zugleich auch einer der bekanntesten, politischsten und streitbarsten Intellektuellen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ein Mann, der sich stets einmischte, der dabei – besonders in den letzten Jahren – nicht unumstritten war, der aber keine Angst hatte, gegen teils mächtige, gar internationale Widerstände zu seinen Überzeugungen zu stehen, so unbequem sie auch waren.

Günter Grass war kein Mann der leisen Töne. Seine Positionierungen waren stets klar, laut und bisweilen leidenschaftlich und emotional. Der Sozialdemokrat, der sich für Willy Brandts Deutschlandpolitik engagiert hatte, trat 1992 aus der SPD aus, weil er mit deren Zustimmung zum Asylkompromiss nicht einverstanden gewesen war. Gleichwohl betrachtete er sich auch nach dieser drastischen, aber – typisch Grass – prinzipienorientierten Grundsatzentscheidung weiterhin als demokratischer Sozialist. Wohlgemerkt: Als rot-grüner demokratischer Sozialist.

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Obamas Aufruf zum „Widerstand“ gegen Trump

von Andreas Schnebel

Obamas Aufruf zum „Widerstand“ gegen Trump

Man muss sich verwundert die Augen reiben: Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, ruft öffentlich zum „Widerstand“ gegen seinen demokratisch gewählten Nachfolger auf – und das zehn Wochen nach dessen Amtsantritt. Man stelle sich die Reaktionen vor, hätte ein konservativer Ex-Präsident Ähnliches während Obamas Präsidentschaft gefordert. Der Aufschrei wäre gewaltig gewesen – zu Recht.

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Shitbürgertum

Buchbesprechung von Werner Olles


Shitbürgertum

Die Frage, was dabei herauskommt, wenn ein „Shitbürger“ ein Buch über „ Shitbürger“ schreibt, ist im Prinzip leicht zu beantworten: Shit! Die Rede ist von Ulf Poschardts „Shitbürgertum“, ein Werk, für das er keinen Verleger fand und dann auf die unheilvolle Idee kam, es im Selbstverlag herauszubringen. Gemeint ist mit dem besagten Terminus das „kulturell dominante Links-Grün-Bürgertum mit seinem ewig urteilenden Gestus der Überheblichkeit, das in Deutschland und Europa eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat, und auf die Dauer den Westen zerstören wird!“ Stimmt man als reaktionärer Etatist dem ersten Teil noch zu, wird es schon beim letzten Teil brenzlig. Nun kann man von Poschardt nicht unbedingt verlangen, daß er Alain de Benoists „Den Westen brechen“ gelesen und verstanden hat, und natürlich gehen auch unsereinem die Genderisten, LGTB-Fans, Antifas und Konsorten gehörig auf die Nerven, doch viel interessanter als ihr „Denken“ ist doch ihr Erfolg. Ihre Wirklichkeitsferne und ihr Erfolg, sich wechselseitig stützend, liegen darin, daß die geisteswissenschaftliche Intelligenz der heutigen Massenuniversitäten, aus denen sich das Personal der „Belehrung, Betreuung und Beplanung“ speist, zwar politisch relativ machtlos ist, aber die Alleinherrschaft im Überbau an sich gerissen hat und sich dort genüßlich austobt. Ihre geringe Machtchance macht sie indes immer gereizter, ihren antinationalen Charakter immer aggressiver und ihren Schuld-Messianismus immer klebriger.

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