Konservative und Rechte haben unterschiedliche Gefühle. Konservativ ist der typisch Bürgerliche. Kampf ist ihm verhaßt. Er leidet unter ihm. Wenn auf der Straße die Revolution marschiert, verbirgt er sich in seinem Ideengehäuse, proklamiert persönliche Abwehrrechte gegen die Tyrannei, steht hinter der Gardine und wartet, welche Fahne er morgen vorsichtshalber hissen sollte.
Rechte dagegen sehen sich unbedingt als Akteure in einem niemals endenden Kampf um das Dasein. Sie ordnen sich ungern unter und betrachten das soziale Leben als ständiges Ringen um die eigene Selbstbehauptung. Rechte müssen nichts von Heraklit wissen, um den ontologischen Ausgangspunkt des alten Philosophen mit wissendem Lächeln zu quittieren:
„Kampf ist der Vater von allem, der König von allem. Die einen macht er zu Göttern, die anderen zu Menschen, die einen zu Sklaven, die andern zu Freien.“ (1)HERAKLIT
„Das Kalifat ist die Lösung“: Betrachtungen zur Multikulturalität im besten Deutschland aller Zeiten
Nach den Demonstrationen in Hamburg und Hannover, in denen jeweils über Eintausend vorwiegend junger muslimischer Männer offen das Kalifat für Deutschland einforderten, hätte man vermutet, dass die politischen Führer dieses Landes innehalten und zumindest kurz über die von ihnen geförderte Massenmigration nachdenken würden. Denn irgendetwas muss mit der als alternativlos erklärten Fachkräfteeinwanderung falsch gelaufen sein, wenn tausende Neubürger offen demokratische Prinzipien wie freie Wahlen, die Gewaltenteilung oder den Gleichheitsgrundsatz ablehnen und für ihr Gastland, dessen Bürger sie weitgehend durchfinanzieren, die Scharia als die einzig maßgebliche Rechtsquelle fordern.
Wo aber war der Sturm der Empörung seitens der faktisch zur Staatsräson erhobenen LGBTQ-Ideologie, wenn Homosexuellen in einem in Deutschland zu errichtenden Kalifat ihre Existenzberechtigung aberkannt werden und sie als Sünder verteufelt oder gleich ermordet werden sollen? Entrüstung war auch nicht von den ansonsten äußerst lautstark und selbstbewusst auftretenden Feministinnenorganisationen zu vernehmen, wenn Frauen allein aufgrund ihres Geschlechts zu Menschen zweiter Klasse degradiert und damit zurück ins Mittelalter katapultiert würden? Auch von den christlichen Kirchen, die sich doch zunehmend als sakrale Unterstützer woker Ideologie anbiedern, war erstaunlicherweise nichts zu hören, obgleich deren Glaubensanhänger sich in einem Kalifat als Ungläubige dem Islam zu unterwerfen hätten, sich stets unterwürfig zeigen müssten und bestenfalls im Rahmen eines sog. „Schutzbefohlenen“-Status ihre Religion nur insofern weiter praktizieren dürften, dass sich kein Muslim in seinen religiösen Empfindungen verletzt fühlte. Letztlich hielten es auch die Mainstream-Medien nicht für erforderlich, dem Umstand angemessenen Raum zu geben, dass Massen radikaler Extremisten den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat in Deutschland durch eine fundamental-religiöse Staatsordnung nach dem Vorbild des IS errichten wollen. Nur der normale, von der Regierung jedoch als „rechts“ diffamierter Bürger bleibt angesichts dieser Tatsachen sprachlos zurück und wundert sich, dass und warum derartige Entwicklungen vom politisch-medialen Komplex so gleichgültig hingenommen werden, stellen sie doch einen direkten Angriff gegen all die Werte dar, die von ihm ansonsten doch mit immensen Summen gefördert und, jedenfalls mittels empörter Rhetorik, erbittert verteidigt werden.
20. Juli 1944: Generaloberst Ludwig Beck. Ein Patriot gegen Hitler.
Generaloberst Ludwig Beck war Patriot und das militärische Haupt des deutschen Widerstands gegen Hitler. Tief verwurzelt in der soldatischen Tradition Preußens, erkannte er frühzeitig die verhängnisvolle Politik Hitlers, die Deutschland in einen Krieg und damit in den Untergang führen mußte.
Der hochtalentierte Offizier wurde im Oktober 1933 Chef des Truppenamtes im Reichswehr-Ministerium und im Juli 1935 Generalstabschef des Heeres. Bis 1938 versuchte Beck, mit Denkschriften, Aktennotizen und Vorträgen die Außenpolitik Hitlers zu beeinflussen.
In seiner kompromißlosen Ablehnung eines Kriegsrisikos forderte er 1938 vergeblich die Generalität zum geschlossenen Rücktritt auf, um den drohenden Krieg in Europa zu verhindern. Im Sommer 1938 stellte er seinen Posten zur Verfügung und wurde schnell zum Mittelpunkt der militärisch-bürgerlichen Opposition. Der Generaloberst beteiligte sich an den Attentatsplänen und sollte nach dem Tod Hitlers provisorisches Staatsoberhaupt werden.
Nach dem Scheitern des Anschlags am 20. Juli 1944 versuchte Beck im Berliner Bendlerblock Selbstmord zu begehen. Als dies scheiterte, ließ ihn Generaloberst Fromm erschießen.
Ludwig Beck handelte als deutscher Patriot, dem der Widerstand gegen Hitler zur sittlichen Pflicht wurde. Generaloberst Beck war eine von der Liebe zu seinem Volk bestimmte militärische Führerpersönlichkeit, von der der Historiker Helmuth Krausnick schreibt, er sei „seiner ganzen Anlage nach zum Gegner des Nationalsozialismus bestimmt und. der vornehmste Repräsentant des ,anderen Deutschland’ überhaupt“.
Mit dem Verbot der „Compact“ hat Nancy Faeser genau das gemacht, was Franz Josef Strauß in der „Spiegel“-Affäre versucht hat, nämlich durch eine willkürliche, kaum notdürftig rechtlich bemäntelte Einschüchterungsmaßnahme die wichtigste Stimme der Opposition zum Schweigen zu bringen.
Faesers Begründungen sind lächerlich und einer Volljuristin unwürdig: Die Behauptung, ausgerechnet Compact verstoße „kämpferisch-aggressiv gegen die verfassungsmäßige Ordnung“ ist hanebüchen, da es sich um dasjenige Blatt handelt, das seit Jahren – und oftmals als Erste – die verfassungswidrigen Übergriffe des herrschenden Politkartells anprangert. Das Einzige, worauf die Regierung sich stützen kann, ist eine von ihr selbst und karrieregierigen Juristen zusammengebastelte Rechtskonstruktion, wonach es verfassungswidrig sei, gegen die Masseneinwanderung nach Deutschland zu sein.
Da unser Land gerade durch diese Masseneinwanderung erkennbar und mittlerweile auch für jedermann fühlbar auf den endgültigen Ruin zusteuert, die politische Klasse dafür verantwortlich ist und dies offen zutage liegt, kann sie sich nicht mehr mit demokratischen Mitteln, sondern nur noch mit Gewalt an der Macht halten:
Als Knud Petersen wurde der Dichter am 4. August 1859 in Lom (Gudbrandsdal) geboren. Der Sohn eines Kleinbauern wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und muß schon in früher Jugend für seinen eigenen Lebensunterhalt sorgen. Er arbeitet als Verkäufer, Schuhmacherlehrling, Straßenbahnschaffner, Hafenarbeiter, Verwaltungsbeamter und Schullehrer.
In den Jahren 1882 bis 1888 hält er sich zweimal in den Vereinigten Staaten auf, wo er sich als Straßen- und Erdarbeiter durchbringt. Bei seinem zweiten Aufenthalt in den USA hält er allerdings auch einige literarische Vorträge und hat damit einen gewissen Erfolg. Nach Norwegen zurückgekehrt – er ist jetzt dreißig Jahre alt – beschreibt er seine Eindrücke in dem kritischen Buch „Fra det moderne Amerikas Aandsliv“ ( 1889; dt. „Drei Amerikaner“) . Hamsun, wie er sich jetzt nennt, geißelt die materialistische Zivilisation der Neuen Welt. Ihr stellt er eine mystische Naturverklärung und einen aristokratisch-patriarchalischen Antimodernismus gegenüber.
In seinem Vorwort zur Sommer-Ausgabe 2024 von „Tumult“, der „Vierteljahresschrift für Konsensstörung“ beschreibt Chefredakteur Carsten Germis die „Ökonomische Realitätsfinsternis“ der „gnostischen linksliberalen und ökosozialdemokratischen Zeitgeistpolitiker, die in Deutschland die Politik bestimmen“. Zu ihrem Programm gehöre Realitätsverweigerung und das Gefühl historische Avantgarde zu sein. Während Mittelständler unter der Last der Auflagen, der Bürokratie und der Abgaben ächzen, ganze Industriezweige abwandern und Handwerkbetriebe keine Lehrlinge finden, die industrielle Basis also rasant bröckelt, halte die herrschende Politikerkaste, umgeben von gefälligen Claqueuren, ihre eigenen Potemkin´schen Dörfer für Wirklichkeit. Pathologisch durchdrungen vom Traum eines „grünen Booms“ werden rationale Diskussion und Widerspruch nicht mehr zugelassen. Habecks Euphorie über Deutschlands Erreichen seiner Klimaziele, die er mit „seinen Groupies bei ARD und ZDF“ teile, blende jedoch geflissentlich aus, daß dies nur durch Deindustrialisierung und wachsende Stromexporte aus dem Ausland gelungen sei. Doch unter der Oberfläche gäre es, da langsam ins Bewußtsein rücke, daß Deutschland auf direktem Weg in eine Wirtschafts- und Schuldenkrise rutsche. Auch aus diesem Grund erweiterten Innenministerium, Justiz und Inlandsgeheimdienst die Sprech- und Denkverbote unter dem Vorwand einer „Delegitimierung des Staates“. Die herrschende Klasse wittere den Zerfall.
Deutsche Staatsräson: Das beste Deutschland ist ein Trugbild bestimmter Medien
Die Tatsachenwahrheit gibt der Meinungsbildung den Gegenstand vor und hält sie in Schranken. Hannah Arendt
Man betritt den rechteckigen Raum durch eine Tür an der Schmalseite, geht bis zum Fenster auf der gegenüberliegenden Seite und dreht sich um. Alle drei Wände außer der Fensterwand sind bemalt. Auf der linken Seite werden die Auswirkungen der schlechten Regierung auf Stadt und Land gezeigt, man sieht Verzweiflung und Elend, die Menschen nur noch schemenhaft, alles grau in grau, Feuer, Krieg und große Not. Auf der gegenüberliegenden rechten Seite kräftige Farben, stabile Gebäude, eine fruchtbare, gepflegte Landschaft und glückliche Menschen, die sich ihres Lebens freuen.
Wir sind gewissermaßen im Bundeskanzleramt, im Zentrum der Macht, im „Sale dei Nove“ des Pallazo Pubblico von Siena und betrachten an den drei Wänden die Allegorie der guten und schlechten Regierung, gemalt im Auftrag der Regierung 1337 – 1339 von Ambrogio Lorenzetti. Der Maler hat damit den neun politischen Entscheidungsträgern der freien Stadt Siena die Folgen ihres Tuns in einer Weise vor Augen geführt, die sie nicht ignorieren konnten. Aus dem Zustand des Landes wurde später die Staatsräson, um die es in der Politik zu gehen habe, so der erste politische Denker nach der langen Zeit der christlichen Weltdeserteure, Niccolò Machiavelli.
„Ihr gehört nicht hierhin!“, soll ein Bärtiger am gestrigen 31. Mai zu Michael Stürzenberger gesagt haben. Dieser hatte einen Informationsstand auf einem öffentlichen Platz in Mannheim aufbauen lassen, um dort über die Gefahren des politischen Islam aufzuklären. Ein paar Minuten später wälzten sich sechs Menschen in ihrem Blute, weil der Afghane Sulaiman wie rasend immer wieder auf seine Opfer eingestochen hatte.
Nothelfer haben den Messerstecher überwältigt und halten ihn am Boden, bis ein Polizist (Stiefel rechts oben im Bild) den Täter befreit.
Zunächst konnten ihn Ordner zu Boden bringen und die Messerhand festhalten. Einer der vielen herumstehenden Polizisten fand es jetzt an der Zeit, einzuschreiten. Er zerrte einen Retter weg, brachte mit einem gekonnten Hechtsprung einen Ordner zu Boden und hockte sich auf ihn. Dadurch befreite er den Messerstecher, der nichts eiligeres zu tun hatte, als wieder sein Messer zu schwingen und es dem Polizisten mehrfach von hinten in den Hals zu stechen. Bis zu dem Augenblick stand ein Dutzend weiterer Polizisten tatenlos drum herum und gaffte, viele von ihnen Mädels, die ihrer Aufgabe erkennbar nicht gewachsen waren. Dann erst benutzte einer seine Dienstwaffe und schoß.
Der Polizist hat die Nothelfer weggezerrt, dem Messermann die Freiheit zurückgegeben und springt auf einen der Nothelfer. Schaulustige Polizisten gucken zu.
Nachtrag 3.6.2024: Einem nachträglich bekannt gewordenen Video zufolge (Telegram-Kanal von Billy Six) hatte ein Helfer (braune Kapuzenjacke) den Täter schon vor sich am Boden. Ein anderer (blaue Jacke) schlug irrtümlich auf einen dritten ein, die Polizistenschar beachtete den noch liegenden Täter mit seinem Messer nicht, was ihm das Aufstehen ermöglichte und den Polizisten Rouven (Dritter von links) das Leben kostete.
Diese Szene, gefilmt von Alexander S., einem Freund von Billy Six (auf dessen Telegram-Kanal 2.6.2024)
Wer gehört wo nicht hin?
Sulaiman lebt seit zehn Jahren in Deutschland. Solche Leute meinen, auf Leben und Tod entscheiden zu dürfen, wer hier hingehört. Dabei spricht aus deutscher Sicht alles dafür, daß sie es sind, die nicht hierhin gehören. Zwischen ihnen und uns besteht aber damit eine gewisse Einigkeit: Ihr Lebensstil ist mit unserem schlechthin unvereinbar. Damit bestätigen sie genau das, was das frühere CSU-Mitglied Michael Stürzenberger von öffentlichem Auftritt zu öffentlichem Auftritt immer wieder sagt. Sulaiman ist der ideale Kronzeuge für die latente Unfähigkeit mohammedanischer Orientalen, mit uns in Frieden nach unseren Gesetzen zusammenzuleben.
Nachdem der Polizist den Messerstecher befreit und sich auf einen Nothelfer gestürzt hat, sticht der Täter ihm mehrfach in den Hals.
Diese Unfähigkeit ist in ihnen kulturell angelegt. Man bemerkt sie nicht, wenn sie eben erst angekommen sind, das „Refugees Welcome!“-Ehrenspalier durchschritten haben und noch in der Minderheit sind. Manchmal dringen erst in der zweiten oder gar dritten Generation tiefsitzende Anschauungen durch. Es heißt dann verharmlosend, daß sie sich „radikalisiert“ haben. Der Islam ist dabei nur eine Komponente. Schon vor der Ausbreitung des Islams hat es im Orient die bis heute virulente Mischung von Wertmaßstäben, Sitten und Verhaltensweisen gegeben, die ihn bis heute prägen, aber theologisch nicht sein Wesen ausmachen. Wir wollen dem tiefen Wesensunterschied zwischen Europäern und Orientalen einmal anhand eines historischen Beispiels nachgehen.
Der Islam hatte die Unterdrückung der Frauen, die Sklaverei und vielerlei Formen der Menschenverachtung nicht eingeführt, aber auch nicht abgeschafft. In Europa hatten noch die Wikinger einen schwunghaften Sklavenhandel betrieben. Während im christlichen Europa des Hochmittelalters aber die Sklaverei gänzlich abgeschafft wurde, blieb sie bis ins 19. Jahrhundert im Orient eine Selbstverständlichkeit.
Zusammenprall der Kulturen
Als die Kreuzfahrerheere im 11. und 12. Jahrhundert auf das päpstliche Geheiß „Gott will es!“ die „heiligen Stätten der Christenheit“ eroberten, prallten zwei Kulturen blutig aufeinander. Beide Seiten fanden die Sitten und Bräuche der jeweils anderen abscheulich. Der arabische Emir und Kriegsherr Usâma ibn Munqidh (1095-1188) empörte sich in seinen Lebenserinnerungen über die „Franken“, wie man unterschiedslos alle europäischen Kreuzfahrer nannte:
Die Franken kennen weder Ehrgefühl noch Eifersucht. So kommt es vor, daß ein Franke mit seiner Frau auf der Straße einhergeht und einen anderen Mann trifft, der die Frau zur Seite nimmt und sich mit ihr unterhält, während ihr Ehemann abseits steht und wartet, bis die Frau ihre Unterhaltung beendet. Wenn es ihm zu lange dauert, läßt er sie mit ihrem Gesprächspartner allein und geht seiner Wege. Hier ein Beispiel, das ich selbst erlebt habe. Sooft ich nach Nablus kam, pflegte ich bei einem Mann namens Mu’izz abzusteigen, dessen Haus den Muslimen als Herberge diente. Die Fenster des Hauses gingen auf die Straße hinaus. Ihm gegenüber, auf der anderen Seite der Straße, befand sich das Haus eines Franken, der im Auftrag der Händler Wein verkaufte. Dies tat er in der Weise, daß er eine Flasche Wein nahm und sie mit den Worten anpries: »Der Händler Soundso hat ein Faß dieses Weines geöffnet. Wer davon haben will, findet ihn an demunddem Ort!« Der Lohn für sein Anpreisen war der Wein in der Flasche. Eines Tages nun kam der Franke nach Hause und fand einen Mann mit seiner Frau im Bett. Er fragte ihn: »Was hat dich hierher zu meiner Frau geführt?« »Ich war müde und bin hierhergekommen, um mich auszuruhen.« »Und wie bist du in mein Bett gekommen?« »Ich fand ein Bett bereitet und habe mich darin schlafen gelegt.« »Und meine Frau hat mit dir geschlafen?« »Das Bett gehört doch ihr. Konnte ich sie daran hindern, ihr eigenes Bett zu benutzen?« »Bei meinem Glauben, wenn du dies noch einmal tust, werden wir uns vor Gericht sehen!« Das war der ganze Ausdruck und das höchste Ausmaß seiner Eifersucht!USÂMA IBN MUNQIDH, ERSCHIENEN UNTER DEM TITEL „EIN LEBEN IM KAMPF GEGEN KREUZRITTERHEERE“, 1978, ISBN 3-7711-0302-9, S.154.
Nun waren auch im damaligen Deutschland die Sitten eher locker. Es gab öffentliche Badehäuser, in denen sich Männlein und Weblein nackig vergnügten.
Im Badehaus, Miniatur in den Breslauer “Facta et dicta memorabilia” des Valerius Maximus, Paris, Mitte 15.Jahrhundert[1]
Im mittelalterlichen Europa ging es wenig zimperlich zu. Die strenge bürgerliche Moral des 19. Jahrhunderts war dem hohen Mittelalter fremd. Wer es sich leisten konnte, feierte Parties ähnlich wie heute in einem gehobenen Swingerclub – und das ungeachtet des weltlichen oder geistlichen Standes.
Für Usâma ibn Munqidh war es hingegen verwerflich, wenn ein fremder Mann eine seiner mehreren Ehefrauen nackt sah.
Im Badehaus meines Vaters hatten wir einen Bademeister aus al-Ma‘arra, namens Sâlim, beschäftigt. Dieser erzählte mir einmal folgende Begebenheit: »Ich eröffnete in al-Ma’arra ein Badehaus, um mir damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Eines Tages kam ein fränkischer Ritter herein. Da die Franken es nicht mögen, wenn einer im Bad einen Schurz um seine Hüften trägt, streckte er seine Hand aus, zog mir meinen Schurz von den Hüften und warf ihn fort. Er betrachtete mich – ich hatte mir gerade erst meine Schamgegend rasiert – und rief: „Sâlim!“ Ich ging nahe zu ihm hin, er streckte die Hand nach meiner Scham aus und sagte: „Großartig, Sâlim! Bei meinem Glauben, das mußt du auch bei mir machen!“ Dann legte er sich auf den Rücken. Er hatte an der Stelle Haare so lang wie sein Bart. Nachdem ich ihm die Haare wegrasiert hatte, befühlte er mit der Hand die Stelle, fand sie schön weich und sagte: „Sâlim, bei deinem Glauben, das mußt du auch bei meiner Dame machen!“ In ihrer Sprache bedeutet Dame Herrin, und er meinte damit seine eigene Frau. An seinen Burschen gewandt sagte er: „Richte meiner Dame aus, sie soll herkommen!“ Der Bursche ging weg und holte die Frau herein. Sie legte sich auf den Rücken, und ihr Mann beauftragte mich: „Mache es so wie bei mir!“ Während er da beisaß und mir zusah, rasierte ich der Frau die Haare weg. Dann dankte er mir und entlohnte mich für meine Dienste.« Man betrachte sich diesen großen Widerspruch! Sie kennen weder Eifersucht noch Ehrgefühl, doch besitzen sie großen Mut, obwohl doch der Mut gewöhnlich nur aus dem Ehrgefühl und aus der Verachtung für einen schlechten Ruf entsteht. USÂMA IBN MUNQIDH, ERSCHIENEN UNTER DEM TITEL „EIN LEBEN IM KAMPF GEGEN KREUZRITTERHEERE“, 1978, ISBN 3-7711-0302-9, S.154 F.
An den Einstellungen, was wir empörend finden und was als noch hinnehmbar, hat sich im Orient seitdem ebensowenig etwas Grundlegendes geändert wie bei uns. Diese Unterschiede auf religiöse Differenzen zurückzuführen, griffe viel zu kurz. Es steht nicht im Koran, wie viele Frauen ein Mann heiraten darf, ob sie sich verschleiern müssen und ob man Sklaven halten darf. Während das Abendland aus der christlichen Tradition eine Ideologie der Menschenwürde, der Menschenrechte und der höchsten Wertschätzung allen menschlichen Lebens gebildet hat, galt ein Menschenleben schon im orientalischen Mittelalter wenig, woran sich wenig geändert hat:
“Kein Hahn krähte mehr nach dem Gemetzel”
Im arabisch geprägten Orient herrschten im 12. Jahrhundert bürgerkriegsähnliche Zustände, in denen diverse Kalifen und Emire sich befehdeten, niedermetzelten oder verbündeten, wie es jeweils nützlich erschien. Einen plastischen Eindruck der Zustände vermittelt uns wieder der syrische Zeitzeuge Usâma ibn Munqidh (1095-1190) in seinen Lebenserinnerungen.
Nun kam es in Ägypten zu einer üblen Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Einheiten der äußerst zahlreichen Waffensklaven, und zwar einerseits zwischen der sogenannten Raihanija, den Sklaven des Kalifen, und andererseits der Dschujüschija, der Iskandarija und der Farahija, die sich alle gegen die Raihanija zu sammengetan hatten. Der Dschujüschija hatte sich zudem noch ein Teil der Leibgarde angeschlossen. Während sich der Kalif zurückzog, rotteten sich beide Seiten in der Nähe der Stadt zusammen und kamen den Aufforderungen des Kalifen, der ihnen, um den Frieden wiederherzustellen, einen Boten nach dem anderen sandte, nicht mehr nach. Am nächsten Morgen stießen die beiden Seiten in Kairo aufeinander. Die Dschujüschija und ihre Verbündeten besiegten die Raihanija und töteten am »Kleinen Markt des Emirs der Heere« eintausend Mann, so daß die Leichen dort den Durchgang versperrten. Wir selbst hielten Tag und Nacht die Waffen bereit, aus Furcht, die Sklaven könnten sich gegen uns wenden, so wie sie es schon einmal getan hatten, bevor ich nach Ägypten kam. Nachdem die Raihanija auf diese Weise niedergemetzelt worden waren, dachten die Leute, der Kalif würde dies mißbilligen und die Mörder zu Fall bringen. Doch der Kalif war krank und dem Tode nahe. Er starb zwei Tage später – Gott sei ihm gnädig! -, und kein Hahn krähte mehr nach dem Gemetzel.USÂMA IBN MUNQIDH, ERSCHIENEN UNTER DEM TITEL „EIN LEBEN IM KAMPF GEGEN KREUZRITTERHEERE“, 1978, ISBN 3-7711-0302-9, S.22 F.
»Mein Fürst«, erwiderte ich ihm, »laßt uns in der Morgendämmerung gegen sie reiten. Noch bevor der Tag seine ersten Sonnenstrahlen aussendet, werden wir sie, so Gott will, erledigt haben!« Ibn as-Sallâr stimmte zu und bat mich, früh aufzubrechen. Zeitig am folgenden Morgen zogen wir gegen die Feinde, und nur diejenigen von ihnen entkamen unversehrt, deren Pferde mit ihnen durch den Nil schwammen. Der Verwandte des Nadschmaddin wurde ergriffen und enthauptet. Abbas sammelte daraufhin erneut seine Truppen und führte sie gegen Nadschmaddin selbst. Er stieß auf ihn bei dem Ort Dalâs und schlug ihn vernichtend. Nadschmaddin selbst fiel, und mit ihm gingen siebzehntausend Neger und andere zugrunde. Nadschmaddins Kopf wurde nach Kairo gebracht, und niemand wagte es mehr, sich Ibn as-Sallâr zu widersetzen oder sich gegen ihn aufzulehnen. Der Kalif aber verlieh ihm das Ehrengewand des Wesirs und den Titel al-Malik al-‘Ädil, »der Gerechte König«. Ibn as-Sallâr übernahm als Wesir die Verwaltung aller Staatsgeschäfte.USÂMA IBN MUNQIDH, LEBENSERINNERUNGEN, ERSCHIENEN UNTER DEM TITEL „EIN LEBEN IM KAMPF GEGEN KREUZRITTERHEERE“, 1978, ISBN 3-7711-0302-9, S.24.
Und die Moral von der Geschicht‘
Ab einer kritischen kulturellen Differenz vermögen Menschen es nicht miteinander auszuhalten. Sie vermögen es nicht, mit Nachbarn in Frieden zusammenzuleben, die sie für verworfen halten, für Barbaren, für den Inbegriff alles Scheußlichen, besessen vom Antichristen oder seinem islamischen Pendant, und deren gesamtes Verhalten alle Werte, Sitten und Bräuche verneint, die man selbst für heilig hält. Und ab einer gewissen kritischen Masse an Gläubigen oder Ungläubigen ist der gewaltsame Konflikt vorprogrammiert.
Der groteske Reigen der Verblendeten: Sie säten “Vielfalt”, Haß und Angst, und jetzt geht ihre Saat auf.
Wer keine Nacht der langen Messer will, stimmt den Sulaimanen zu: Eine von beiden Seiten jedenfalls „gehört hier nicht hin“. Das ist die Kernforderung des Ethnopluralismus. Er erkennt die Gleichwertigkeit aller verschiedenen Ethnien und Kulturen an. Weil er sie alle für schützenswert hält, bedarf es zu ihrem Schutz staatlicher Grenzen, innerhalb deren jede Ethnie und Kultur ihr Eigenleben entfalten kann.
[1] Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Handschriftenabteilung, hier entnommen: Klaus Kunze, Das ewig Weibliche, ISBN 9783938176719, S.116.
Dieser Kommentar erschien auch auf der Internetseite von Klaus Kunze:
Klaus Kunze, seit 1984 selbständiger Rechtsanwalt in Uslar, von 1970-71 Herausgeber eines Science-Fiction-Fanmagazins, von 1977 bis 1979 Korrespondent der Zeitung student in Köln, seit 1978 diverse Beiträge in genealogischen und heimatkundlichen Fachzeitschriften, seit 1989 Beiträge für politische Zeitschriften wie u. a. die Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT
Die Aktivisten des guten Verbrechens: Wir müssen jetzt radikal werden
Alles Nazis außer Mutti war gestern. Jene, welche noch vor Kurzem mit dem Finger auf jeden zeigten, der ihre Meinung nicht teilte, präsentieren sich nun selbst als direkte Nachfolger der revolutionären Bewegungen des zwanzigsten Jahrhunderts, was nicht weiter überrascht, denn jedem Kundigen war bewusst, dass Faschist und Antifaschist in ihrer imaginären Verklammerung zusammengehören wie zweieiige Zwillinge.
Wenn das Klima, wie seine Jünger nicht müde werden, uns täglich als apokalyptische Johannes Posaune ins Ohr zu pusten, immer extremer wird, muss kriegslogischerweise zur Bekämpfung dieser drohenden Urkatastrophe auf jene Gewaltexzesse zurück gegriffen werden, die dem „Zeitalter der Extreme“ den Namen gegeben haben.
Frau Prof. Hedwig Richter, die gerade mit Bernd Ulrich ein Buch unter dem Titel „Demokratie und Revolution“ geschrieben hat und gelegentlich eine gewisse Leidenschaft an den Tag legt, sich mit decouvrierenden Sentenzen ins Gespräch zu bringen, äußerte kürzlich in einem taz Talk einen Satz, der es wert ist, erwähnt zu werden, weil er, wie oben schon angedeutet, eine neue Qualität markiert. Lassen Sie mich, bevor wir zur anstößigen Sache selbst kommen, zunächst den Rahmen erläutern, in dem das Ganze stattfand.
Wenn eine intellektuell und politisch derart heruntergekommene Regierung samt „größter Oppositionspartei“ und mit erzwungenen Steuermilliarden bestochenen ÖRR-Staatsmedien Analyse und Information durch moralische Appelle und repressive beziehungsweise regressive Aktionen (Corona-Maßnahmen, „Kampf gegen rechts“, klima- und energiepolitische Kostenexplosion, Folgen der illegalen Masseneinwanderung, allgemeine Militarisierung etc.) ersetzt, und die Krise zumindest des Geldes das öffentliche Bewußtsein erreicht hat, in welch verquerer Gestalt auch immer, dann ist die Zeit für eine Ideologiekritik, die diesen Namen auch verdient hat, gekommen. Denn es sind die häßlichen Erscheinungsformen der jetzt gern wieder beschworenen westlichen und demokratischen Werte und die Ideale der Aufklärung, die in der Krise, die eher eine Katastrophe ist, kulminieren.
Den Nachweis dieses nun wirklich nicht mehr zu leugnenden Zusammenhangs liefert die jüngst neuerschienene und ca. 140 Seiten umfangreiche politische Halbjahreszeitschrift „casa/blanca“ (1/2024) mit dem vielsagenden Untertitel „Texte zur falschen Zeit“ und dem Schwerpunktthema „Der Westen ist einsam. Von der Aufgabe bürgerlicher Freiheit“. Könnte man den ersten Teil des Titelthemas noch etwas flapsig mit „Selber schuld, das hat er sich redlich verdient!“ kommentieren, ist jedoch seitdem ganz konkret eine Situation herangereift, in der sich das weitere Schicksal radikaler Gesellschafts- und Ideologiekritik entscheidet. Dabei stößt der Entschluß gerade jetzt in die Offensive zu gehen, Position zu beziehen, publizistisch Einfluß zu gewinnen, internationale Kontakte auszubauen und links wie rechts diskussionsunwilligen, kategorial abgestumpften und abgewirtschafteten Platzhaltern der „Zeitenwende“ noch energischer als bisher Konkurrenz zu machen, geistes-, ideengeschichtliche und kulturtheoretische Probebohrungen auf den Weg zu Selbstbewußtsein und Freiheit zu bringen, zwar naturgemäß auf nur wenig Gegenliebe. Dennoch muß der Versuch unternommen werden „zu begreifen und das heißt: auf den Punkt zu bringen, was gegenwärtig geschieht und wie sich die Wirklichkeit durch das, was geschieht, verändert. Solche „Texte zur falschen Zeit“ werden in „casa/blanca“ künftig erschienen“, liest man dazu im Editorial der Redaktion.