„Ein Europa der Vaterländer – Für Souveränität, Demokratie und kulturelle Vielfalt“

von Prof. Matthias Moosdorf, MdB


„Ein Europa der Vaterländer – Für Souveränität, Demokratie und kulturelle Vielfalt“

Europa ist mehr als eine politische Konstruktion. Es ist ein gewachsener Kulturraum, geprägt durch Geschichte, Sprache, Tradition, Recht und Glauben seiner Völker. Diese Vielfalt ist keine Schwäche, sondern die eigentliche Stärke Europas. Die gegenwärtige Europäische Union jedoch entfernt sich zunehmend von diesem Grundgedanken. Statt eines Bundes freier Nationen entwickelt sie sich zu einem zentralistischen, demokratisch nur unzureichend legitimierten Machtapparat, der immer tiefer in die inneren Angelegenheiten der Mitgliedstaaten eingreift. Diese Entwicklung widerspricht sowohl dem Geist Europas als auch dem Willen vieler seiner Bürger.

Ein Europa der Vaterländer setzt genau hier an. Es versteht Europa nicht als supranationalen Staat, sondern als einen Verbund souveräner Nationen, die freiwillig und interessengeleitet zusammenarbeiten. Ziel ist nicht die Abschaffung der europäischen Zusammenarbeit, sondern ihre Rückführung auf eine legitime, demokratische und funktionale Grundlage. Kooperation soll dort stattfinden, wo sie sinnvoll ist – nicht dort, wo sie nationale Demokratie, Selbstbestimmung und kulturelle Identität untergräbt.

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Prozess gegen Deutschland. Leuchttürme im Dickicht der Hohlphrasenwelt

von Christian Witt

Prozess gegen Deutschland. Leuchttürme im Dickicht der Hohlphrasenwelt

Hamburg, einiger Leute „Perle“ zwischen Alster, Bille und Elbe. Eine von Deutschlands bedeutenden Industriestädten, deren „visionäre Mehrheit“ sich im Oktober 2025 in einem bindenden Volksentscheid für vollständige Klimaneutralität und damit mutmaßlich für die bedeutende Selbstschrumpfung gestimmt hatte, ist an diesem Wochenende im Februar 2026 Austragungsort eines theatralen volkstümlichen Gerichtshofes der besonderen Art. Zwischen Hauptbahnhof und Alster liegt seit 1843 am Alstertor das Thalia Theater, wie viele 1933 ideologisch gleichgeschaltet, und heute Ort eines öffentlichen Show-Prozesses gegen die inzwischen stimmenreichste Oppositionspartei der Nachwende-Bundesrepublik jenseits der Merkel-Ära.

Das Thalia versteht sich, so heißt es, nicht nur als Bühne für klassische Stoffe, sondern als „Ort gesellschaftlicher Selbstbefragung“.

Wer an diesem Abend zuhörte, musste sich zunächst durch viel wohlklingendes Polit-Vokabular arbeiten, das von der Bühne aus in Reden und Einführungen vorgebracht, aufgesagt wurde. „Wehrhafte Demokratie“, „Schutz der Grundordnung“, „Verantwortung der Mehrheit“, „historische Lehre“. Alles richtig klingend. Alles bekannt. Alles oft gesagt. Und doch weht ein Hauch 1984 mit – die Umdeutung aller Begriffe.

Die UNO-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit, Khan, hatte vor wenigen Tagen nach einem Besuch in mehreren deutschen Städten geäußert, sie sehe die Freiheit zur Meinungsäußerung in Deutschland ernsthaft in Gefahr. Hat das mit all dem hier vielleicht auch zu tun?

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„Zwischen Bildern und Geschichten“ – Wie die Ausstellung „GLOSSY“ die Welt der Hochglanzmagazine in Hamburg zum Leben erweckt.

von Hanno Borchert

Zwischen Bildern und Geschichten“ – Wie die Ausstellung „GLOSSY“ die Welt der Hochglanzmagazine in Hamburg zum Leben erweckt.

An einem kalten Februarabend füllte sich die Fabrik der Künste in Hamburg-Hammerbrook allmählich mit Stimmen und dem leisen Klirren von Sektgläsern. Anlaß war die Ausstellung „GLOSSY – Magazine, Photographien, Geschichten“, eine persönliche Hommage an die Ära der Hochglanz- und Lifestylemagazine, die seit dem 6. Februar 2026 läuft und noch bis zum 1. März zu sehen ist. Am Vorabend hatte der „Stern“-Autor David Baum zur Vernissage geladen, der geschätzt gut 350 Besucher folgten.

Baum, gemeinsam mit Co-Kurator Jan Riephoff Macher der Ausstellung und seit Jahrzehnten eine feste Größe im deutschen Magazinjournalismus, hatte seine ganz persönlichen Höhepunkte aus dreißig Jahren Magazinfotografie zusammengetragen. Hochglanz-Photographien, die kleine Momente wie große Geschichten erzählten. Jedes Bild war mit einem QR-Code versehen, den man mit dem Smartphone einscannen konnte um dann per Kopfhörer Geschichten und Anekdoten aus Redaktionen, von Shootings und persönlichen Begegnungen lauschen zu können, die den jeweiligen Bildern mit dem Informationsgehalt noch größere Authentizität und Tiefe verliehen. So hatte jedes Bild eine Geschichte.

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Wiedergeburt Deutschlands ohne Glauben?

von Klaus Kunze

Wiedergeburt Deutschlands ohne Glauben?

Hinter die Kulissen blicken

Die Kulissen der westlichen Wertegemeinschaft und UnsererDemokratie sind durchsichtig geworden. Dahinter sehen wir die politischen Akteure der nackten Macht. Sie hantieren mit salbungsvollem Wortgeklingel, an das sie selbst nicht mehr glauben.

Das ist bezeichnend für Epochenbrüche. 1789 glaubten auch viele Franzosen nicht mehr an Gottesgnadentum. Die historischen Folgen sind bekannt. Wenn die ideologischen Erklärungsmuster herrschender Kreise der großen Masse gar nichts mehr erklären und keine Lösungen liefern, ereignet sich – Geschichte.

In Europa hatte es drei große Phasen der Aufklärung darüber gegeben, daß die Glaubenswahrheiten der herrschenden Eliten nur Kopfgeburten waren: die vorsokratische Aufklärung in Griechenland[1] (1), der Humanismus (2) und zuletzt die vollendete Aufklärung im 18. Jahrhundert (3).

Jeder Epoche der Aufklärung war wiederum eine Welle neuer Ideologisierung gefolgt. Die breite Masse fröstelt es bei der Vorstellung, daß unserem Leben kein „höherer“ Sinn vorgegeben ist. Sie hüllt sich gern in den warmen Mantel einer sinnstiftenden Ideologie. Was im 20. Jahrhundert daraus folgte – 1917, 30.1.1933, 7.10.1949 (4) – ist bekannt.

Auch in der Bundesrepublik wurde die ernüchterte, aufgeklärte und skeptische Kriegsgeneration abgelöst von hoch ideologisierten Studenten, die uns jetzt mit ihrer ganzen Realitätsblindheit (5) als neue Machtelite im Nacken sitzen.

Ich habe dagegen den Realismus als wesentliches Merkmal „rechter“ Weltbetrachtung bezeichnet.[6] (6). Die rechte Persönlichkeit sträubt sich dagegen, sich zum Beispiel nur als Untertan „göttlicher“ Moralgebote oder „Sünder“ zu fühlen oder als dienendes Rädchen in einer kollektivistischen Sozialmaschine. Darum staune ich, daß gewisse, oft als rechts bezeichnete Autoren auf einmal ihr Jesulein wiederentdecken und die Wiedergeburt christlicher Glaubensdemut für eine gangbare Grundlage halten, unser Volk vor seiner Endlösung zu bewahren.

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Begann der libanesische Bürgerkrieg tatsächlich vor 50 Jahren?

von Werner Olles

Begann der libanesische Bürgerkrieg tatsächlich vor 50 Jahren?

Eine Korrektur der Ereignisse

Offiziell wird der Beginn des Bürgerkriegs im Zedernstaat Libanon auf den Januar 1976 datiert. Doch tatsächlich begann der ganze 15 Jahre währende Krieg, in den schließlich sogar Israel, Syrien und der Iran entscheidend eingriffen, bereits am 13. April 1975. An diesem Sonntag verübten palästinensische Terroristen der von Wadi Haddad geführten PFLP (Popular Front for the Liberation of Palestine) einen Anschlag auf eine maronitisch-katholische Kirche im christlichen Stadtteil Ain el Rummaneh in Ost-Beirut, mit dem Ziel Pierre Gemayel, den Führer der christlichen Kataib-Miliz zu ermorden. Zwar kam Gemayel leicht verletzt davon, doch zwei seiner Leibwächter wurden bei dem Attentat getötet. Noch am Nachmittag des gleichen Tages übten die Phalangisten der Kataib blutige Vergeltung. Ein Bus mit dreißig PFLP-Terroristen, der sich auf der Rückfahrt von einer „Feier“ zum ersten Jahrestag des Angriffs der PFLP auf den kleinen Ort Kiriat Shmona befand, bei dem im April 1974 achtzehn jüdische Zivilisten, darunter elf Kinder, bestialisch abgeschlachtet wurden, verirrte sich ins Christenviertes Ain el Rummaneh. Er geriet in einen Hinterhalt der Kataib und wurde von den christlichen Phalangisten zusammengeschossen. Bis auf zwei PFLP-Leute überlebte niemand die Rache der Phalange.

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Vor 40 Jahren verstarb Joseph Beuys – Künstler, Ökologe, Basisdemokrat und leidenschaftlicher Patriot

Joseph Beuys – sein Aufruf zur Alternative aus dem Jahr 1982

Vor 40 Jahren verstarb Joseph Beuys – Künstler, Ökologe, Basisdemokrat und leidenschaftlicher Patriot

Vor 40 Jahren, am 23. Januar 1986, verstarb Joseph Beuys. Er war Mitglied der Partei „Die Grünen“, als diese noch offen waren für Nonkonformisten und Wertkonservative. Joseph Beuys hat unsere Zeitschrift von der ersten Ausgabe 1979 an begleitet und unseren Einsatz für ein blockfreies, neuvereinigtes Deutschland unterstützt. Mit seinem Beitrag „Aufruf zur Alternative“ in der „wir selbst“-Ausgabe 1/1982 nahm er auch ein persönliches Risiko auf sich, da die antideutsche Linke in den Grünen damals schon auf dem Vormarsch war. Joseph Beuys erkannte frühzeitig die Chance, ökologisches Denken, Basisdemokratie und Sozialpatriotismus mit einer Politik der Blockfreiheit für eine gesamtdeutsche Perspektive zu verbinden. Gemeinsam mit anderen Wertkonservativen wie z. B. Herbert Gruhl, August Haußleiter und Baldur Springmann bestand in einer sehr engen Zeitspanne die Möglichkeit, die Grünen auf das programmatische Ziel einer aktiven Politik der deutschen Neuvereinigung auszurichten. Diese Chance wurde von den Linken innerhalb der Grünen schon in den 80er Jahren verhindert. Die verheerenden Auswirkungen einer borniert linksideologisch ausgerichteten grünen Partei, die sich mehr und mehr als politische Speerspitze des Globalismus versteht, für Deutschland als Nation und das deutsche Volk als Sprach-, Kultur- und Abstammungsgemeinschaft sind heute offensichtlich. Und die Überwindung des Ost-West-Gegensatzes, der heute wieder in eine kriegerische Auseinandersetzung zu geraten droht, war für Joseph Beuys ein Herzensanliegen. (wir selbst-Redaktion)

Wir veröffentlichen hier noch einmal seinen programmatischen und wegweisenden Artikel „Aufruf zur Alternative“ aus dem Jahr 1982.

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Großraumordnung oder Multipolarität!

von Wolfgang Hübner

Großraumordnung oder Multipolarität!

Der AfD-Politiker Maximilian Krah hat einen neuen Beweis seiner fehlenden Ernsthaftigkeit geliefert und zugleich seine Bewerbung für den Spitzentrumpisten in seiner Partei eingereicht. Krah schrieb: „Trump bringt den Wandel, den wir immer beschrieben, gefordert und erhofft haben. Großraumordnung statt regelbasiertes Losertum“.

Ob Krah mit „wir“ die gesamte AfD meint, darf bezweifelt werden, soll aber hier keine Rolle spielen. Dass der Begriff „Großraumordnung“ historisch etwas belastet ist, dürfte schon interessanter sein. Und mit der „regelbasierten“ Verlogenheit des Westens polemisch einen Gegensatz zur „Großraumordnung“ zu konstruieren, um die wirkliche Alternative, nämlich die Multipolarität, zu ignorieren, ist intellektuell zumindest unredlich.

Hätte Krah vor der Wortmeldung ein wenig länger nachgedacht, dann wäre er vielleicht auf die Idee gekommen, dass Großraumordnung und Multipolarität unvereinbare Gegensätze sind. Als Politiker mit patriotischem Anspruch wäre ihm dann auch bewusst geworden, wie wenig attraktiv Deutschlands und Europas Rolle in der Großraumweltordnung wahrscheinlich sein würde. Doch wer sich als Trumpist profilieren will, mag sich darum nicht kümmern.

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Zurück zu den Sternen – eine persönliche Würdigung Erich von Dänikens

von Dr. Ulrich Vosgerau

Zurück zu den Sternen – eine persönliche Würdigung Erich von Dänikens

Erich von Däniken (geboren am 14.04.1935) ist am 10. Januar 2026 verstorben.

Ich habe Erich von Däniken – „EvD“ unterschrieb er seine Briefe immer nur – geradezu geliebt und durfte diesen wunderbaren und vor allem unvergleichlich unterhaltsamen Mann auch persönlich kennenlernen. Etwa zwischen dem 12. und dem 16. Lebensjahr habe ich seine Bücher intensiv gelesen und empfehle jedermann, dies jungen Menschen nahezulegen! Denn seine Bücher sind pädagogisch enorm wertvoll.

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Iran – Ein Land zwischen Erinnerung und Umbruch

von Hanno Borchert

Iran – Ein Land zwischen Erinnerung und Umbruch

Als ich im Sommer 1975 mit meinen Eltern in den Iran reiste, erlebte ich unvergeßliche Wochen voller Schönheit, Offenheit und menschlicher Wärme. Es waren Eindrücke wie aus Tausendundeiner Nacht. Begegnungen mit Menschen, die Selbstverständlichkeit kultureller Vielfalt sowie die landschaftliche und historische Tiefe dieses Landes prägten mich nachhaltig. Unvergessen bleibt das stundenlange Schlendern durch den Großen Basar von Teheran, einem der größten und ältesten überdachten Basare der Welt. Ein scheinbar endloses Labyrinth aus Gängen, zusammen über zehn Kilometer lang, mit Tausenden von Läden, das bis heute das historische und wirtschaftliche Herz der Stadt bildet. Auch die unbeschwerten Tage an der Südküste des Kaspischen Meeres, die damals als „Iranische Riviera“ galt, stehen mir noch immer lebhaft vor Augen.

Diese Erinnerungen stehen nicht isoliert. Historische Photographien aus jener Zeit, nicht nur aus dem Iran, sondern auch aus dem Libanon oder Afghanistan, zeigen urbane Eliten und Milieus, die heutigen stereotypen Vorstellungen von „muslimischen Ländern“ deutlich widersprechen: Frauen ohne Kopftuch, Cafés, Universitäten, ein selbstverständlicher Austausch mit der Welt. Zugleich ist wichtig, diese Bilder nicht zu idealisieren. Sie repräsentierten nie die gesamte Gesellschaft, sondern vor allem städtische, gebildete und privilegierte Schichten. Gerade diese Spannung zwischen Modernisierung, Tradition und sozialer Ungleichheit bildete einen der zentralen Nährböden für die Umbrüche, die folgen sollten.

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Nach dem Völkerrechtsbruch: Trump, Venezuela und die liberalen „Patrioten“

von Dr. Florian Sander

Nach dem Völkerrechtsbruch: Trump, Venezuela und die liberalen „Patrioten“

Der Autor dieser Zeilen hat sich von 2010 bis 2011 in einem neunmonatigen politikwissenschaftlichen Forschungsprojekt am Institut für Weltgesellschaft der Uni Bielefeld mit der Politik von Maduros Vorgänger Chávez und seiner Weltanschauung auseinandersetzen können. Wenn eine zentrale Erkenntnis aus dieser Forschung ableitbar ist, dann die Folgende: Der Linksnationalismus des venezolanischen Sozialismus ist in nichts mit dem linksliberalen Globalismus unseres politischen Mainstreams oder gar dem Antifa-Anarchismus vergleichbar. Beide Formen des diffusen „Linksseins“ stehen zueinander in einem Verhältnis etwa wie das BSW zu den Grünen, um einen halbwegs fassbaren Vergleich zu ziehen. Die Grundkonstante von Chávez‘ Politik war immer auch: Nationalstolz und Souveränität. Jeder deutsche Antifant kam angesichts dessen ins tiefe Schaudern.

Venezuela: Sozialismus und Linksnationalismus

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