Oswald Spenglers Cäsarismus – Die Staatsform des 21. Jahrhunderts?

von Dr. Jens Woitas

Oswald Spenglers Cäsarismus – Die Staatsform des 21. Jahrhunderts?

Die gegenwärtige verworrene Krisenlage lässt sich in der Sichtweise des russischen Politologen Alexander Dugin, aber auch des französischen Schriftstellers Michel Houellebecq, als ein absehbares Scheitern der westlichen, liberalen Moderne an ihren eigenen Widersprüchen interpretieren: Corona-Politik und praktisch unbegrenzte Einwanderung fordern letzten Endes das Opfer der staatlichen Gemeinschaft für das Überleben Einzelner. Damit wird die liberale Idee vom Vorrang des selbstbestimmten Individuums zu einer völlig destruktiven Haltung pervertiert. Die zum Exzess getriebene Moderne verliert angesichts von Viren-Bastelei und Bio-Informatik, aber auch durch eine globale Umweltkatastrophe, sichtbar die Kontrolle über ihr eigenes Wirtschaften und ihre eigene Technologie. Die finanzmarktorientierte Globalwirtschaft nimmt typische Formen von Karl Marx‘ ruinösem Spätkapitalismus an. Schließlich werden Gegner des Anspruches auf die Universalität westlicher Werte immer stärker: China, Russland und Indien, die auf ihren eigenen Traditionen basierende Staats- und Gesellschaftsmodelle vertreten, aber auch der politische Islam, der sich seit mehr als 40 Jahren im Zustand einer durchaus erfolgreichen, traditionalistischen Weltrevolution befindet.

Es ist aus meiner Sicht deshalb eine durchaus berechtigte Frage, ob mit der westlichen Moderne nicht auch die liberale Demokratie, wie wir sie kennen, zu einem Auslaufmodell wird. Zwar wünscht sich die Mehrheit der Menschen, die heute in den westlichen Staaten gegen den Zustand protestieren, in den eben diese Staaten und Gesellschaften im Zuge der Globalisierung geraten sind, sehnlich die „alte“ Demokratie zurück. Es könnte aber sein, dass dies ein vergeblicher Wunsch bleiben muss. Viele „Reformer“ der letzten Jahrzehnte scheiterten an dem Ziel, in den westlichen Staaten die Demokratie der Nachkriegsjahrzehnte mit der Globalisierung zu versöhnen: Tony Blair, Gerhard Schröder, Barack Obama oder heute Emmanuel Macron. Diese Zielsetzung ging im historischen Verlauf auf Populisten wie Donald Trump, Matteo Salvini oder aktuell Éric Zemmour über. Trumps Präsidentschaft war in dieser Hinsicht kein großer Erfolg, was auch die Hoffnungen auf eine Renaissance der Nachkriegs-Demokratie in Europa im Zeichen des Populismus dämpft. Heute träumen Menschenmassen, die lautstark „Friede, Freiheit, keine Diktatur!“ skandieren, von der Demokratie vergangener, vorgeblich besserer Zeiten. Es mangelt ihnen aber an Organisation ebenso wie an konkreten Vorstellungen über die Realisierung dieser Forderungen. Der revolutionäre Elan könnte schon sehr bald der Ernüchterung über die Tatsache weichen, dass es keine Rückkehr zu einer idealisierten Vergangenheit geben kann, die aufgrund von unumkehrbaren historischen Prozessen nicht mehr als Vorbild für unsere Gegenwart taugt.

Rodrik, Dani
Das Globalisierungs-Paradox
Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft, erschienen bei C.H.Beck

Eine theoretische Begründung dafür liefert das sogenannte Globalisierungs-Paradox des Harvard-Ökonomen Dani Rodrik. Globalisierung, liberale Demokratie und die Staatsordnung des Nationalstaates können nach Rodriks Auffassung nicht alle drei gleichzeitig existieren. Solange man die Globalisierung als unveränderbare Konstante betrachtet, libertäre Entwürfe einer Gesellschaft ohne Staat als nicht praktikabel angesehen werden und ein „Weltstaat“ nicht existiert, muss also die Demokratie für die schiere Notwendigkeit der Weiterexistenz nationaler Staatsordnungen geopfert werden. Dieses Globalisierungs-Paradox erklärt zu einem guten Teil den Zustand der heutigen westlichen Staaten und Gesellschaften, die – spätestens seit dem Beginn der Corona-Krise – kaum noch als vollgültige Demokratien angesehen werden können. Aus einer „rechten“ Perspektive wäre zwar eine andere Lösung des Globalisierungs-Paradoxons möglich und auch viel besser, nämlich ein Ausstieg des demokratischen Nationalstaates aus der wirtschaftlichen und politischen Globalisierung. Es stellt sich aber angesichts des Ausmaßes globaler Verflechtungen, die etwa in Gestalt von Lieferketten direkt unsere Existenzgrundlagen betreffen, die Frage, ob eine solch radikale Lösung nicht zu große Opfer fordern würde.

Die Suche nach Alternativen zur Staatsform der liberalen Demokratie ist also alles andere als ein abseitiges, „akademisches“ Problem. Ich werde mich diesem Thema hier aus einer ungewöhnlichen Perspektive nähern, nämlich dem Übergang der römischen Republik in die Kaiserzeit im ersten vorchristlichen Jahrhundert. Referenzgröße ist dabei zunächst das Buch „Auf dem Weg ins Imperium“ des belgischen Althistorikers David Engels aus dem Jahr 2013. Engels wurde seinerzeit noch nicht als „neurechts“ diffamiert, und so wurde sein Werk anfangs auch im polit-medialen Mainstream ausführlich zur Kenntnis genommen. Er beschrieb darin zahlreiche Analogien zwischen der späten römischen Republik und der Europäischen Union des frühen 21. Jahrhunderts und warnte vor der Umwandlung der EU in ein „Imperium“, dessen hervorstechende Kennzeichen der Verlust der Demokratie zugunsten einer autoritären Herrschaft von Verwaltungsapparaten und – durch zunehmende Vermischung der europäischen Völker – auch der Verlust von national-kulturellen, insbesondere muttersprachlichen Identitäten sein würden. Diese Kritikpunkte sind zwar auch heute noch völlig berechtigt, es ist aus meiner Sicht aber falsch, eine Bedrohung durch ein „Imperium“ in Brüssel als gegeben anzunehmen. Die EU ist schon seit mehr als einem Jahrzehnt kaum noch handlungsfähig, was sich vor allem an der Unfähigkeit zeigt, den Euro und das europäische Finanzsystem endlich auf eine tragfähige Grundlage zu stellen, die über beständige Rettungsaktionen und Billionen-Spritzen der EZB in die Finanzmärkte hinausweisen würde. An eine an sich überfällige Modernisierung der geltenden europäischen Verträge ist angesichts der Uneinigkeit der EU-Mitgliedsstaaten nicht zu denken. In der Corona-Krise zerfiel der europäische Staatenverbund schon frühzeitig in eine bis heute nicht korrigierte Politik nationaler Alleingänge, und beim Versuch einer koordinierten Impfstoff-Beschaffung machte sich der Brüsseler Apparat geradezu lächerlich. Auch vermischen sich im heutigen Europa keine Völker miteinander wie in der späten römischen Republik, schon gar nicht die europäischen, sondern Massenmigration erzeugt auf engstem Raum ein explosives Nebeneinander nicht miteinander kompatibler Parallelgesellschaften. Ein Imperium wird aus dieser EU nicht mehr werden. Man kann schon froh sein, wenn die von ihr erzeugten destruktiven Verflechtungen zwischen den Nationalstaaten noch auf eine halbwegs schonende Weise aufgelöst werden können.

Kaiser Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.): Prototyp des Herrschertypus einer abendländischen Zukunft?

Dennoch ist David Engels‘ Idee vom Imperium als europäischer Staatsform der Zukunft beachtenswert. Engels knüpft nämlich damit, allerdings ohne in seinem Buch explizit darauf hinzuweisen, an eine viel ältere geschichtsphilosophische Vorstellung an, nämlich die Kulturmorphologie Oswald Spenglers (1880-1936). Nach Spengler geht jede der großen Weltkulturen an einem bestimmten Punkt ihrer Entwicklung in eine imperiale Phase des „Cäsarismus“ über. Der historische Gaius Julius Cäsar und vor allem sein Nachfolger Octavian (Kaiser Augustus) können Spengler zufolge als Prototypen einer Entwicklung gesehen werden, welche der westlich-europäischen Zivilisation, dem „Abendland“, nach dem Jahr 2000, also in unserer Gegenwart, zwangsläufig bevorsteht. Spenglers Cäsarismus ist geprägt durch großräumige, also imperiale Staatsordnungen und vor allem durch den Herrschertyp des „Cäsaren“. Dessen Kennzeichen ist, dass sich seine Macht weder auf Verfassungsrecht noch auf Abstammung gründet, sondern auf eine unmittelbare Zustimmung des Volkes, entweder durch Akklamation oder Plebiszite. Diese Herrschaftsform ist zwar quasi-monarchisch, aber stellt dennoch keine Restauration von Monarchien dar, die in der Entwicklung der jeweiligen Weltkultur weit zurückliegen. Sie ist auch nicht mit Gewaltherrschaft gleichzusetzen, weil sie ein starkes direkt-demokratisches Element enthält. Hitler, Stalin und Mao Zedong waren also keine Cäsaren, obwohl man beim Studium Spenglers zunächst an solche Gestalten denken könnte. Dasselbe gilt für heutige Global-Magnaten wie Bill Gates oder George Soros. Zum Cäsaren fehlt ihnen trotz ihrer ungeheuren – weder demokratisch noch dynastisch legitimierten – Machtfülle einfach ein Volk, das sie verkörpern würden.

Der Cäsarismus trat im Abendland zuerst in Gestalt der beiden französischen Kaiserreiche Napoleons I. (1804-1815) und Napoleons III. (1852-1870) auf. Bei Napoleon III. findet sich das typische Grundmuster einer direkten Legitimation des Herrschers durch das Volk mittels häufiger Plebiszite. Spengler nennt als frühes Beispiel eines abendländischen Cäsarismus auch den britischen Kolonialisten Cecil Rhodes (1853-1902), der am Ende des 19. Jahrhunderts praktisch auf eigene Faust im südlichen Afrika ein Imperium gewann und es im Auftrag der englischen Krone beherrschte. In der heutigen Welt gibt es eine ganze Reihe von Cäsaren: Wladimir Putin, Xi Jinping, Jair Bolsonaro und Narendra Modi haben sich, wenn auch auf unterschiedliche Weise, geradezu zu Verkörperungen der Großstaaten Russland, VR China, Brasilien und Indien gemacht. In kleinerem Maßstab verkörpern auch europäische Populisten wie Viktor Orban, Matteo Salvini und Éric Zemmour dieses Herrschaftsprinzip bzw. streben danach. Donald Trump war ein typischer Cäsar, der über das Internet direkt mit seinem Volk kommunizierte und das US-Präsidentenamt fast völlig mit seiner Person verschmolz. Sein Sturz 2020/21 beendete diesen Zustand zunächst, aber die USA befinden sich seitdem in einem unversöhnlichen Machtkampf, der an die römischen Bürgerkriege des ersten vorchristlichen Jahrhunderts erinnert. Aller Voraussicht nach geht es in diesen Auseinandersetzungen schon lange nicht mehr um demokratische Machtwechsel, sondern um die – dann dauerhafte – Etablierung der cäsaristischen Herrschaft einer Politiker-Dynastie. Es sieht also in der Tat so aus, als ob Spenglers Cäsarismus die vorherrschende Staatsform des 21. Jahrhunderts sein könnte.

Was bedeutet dies alles aus einer nationalkonservativen deutschen Perspektive? Mit der putschartigen Selbstermächtigung der bundesdeutschen Exekutive im Frühjahr 2020 hat sehr wahrscheinlich auch in Deutschland ein „römischer Bürgerkrieg“ begonnen. Die vorhergegangene Staatsordnung wird sich trotz aller darauf zielenden Hoffnungen nicht dadurch wiederherstellen lassen, dass irgendwann nach der gegenwärtigen autoritären Pause einfach das Grundgesetz wieder in Kraft gesetzt wird. Eine Verfassung, die einmal ihre Gültigkeit verliert, ist tot. Anstatt den vergeblichen Traum von der „lupenreinen Demokratie“ weiter zu träumen, sollte sich die Opposition auf das konzentrieren, was nötig und auch möglich ist, nämlich den als unvermeidlich erscheinenden Autoritarismus wenigstens im Interesse des Volkes zu praktizieren, anstatt – wie unter Merkel und Scholz – gegen das eigene Volk. Der Cäsarismus bietet so einen eleganten Ausweg aus Rodriks Globalisierungs-Paradox. Er erneuert eine stabile Staatsordnung und erhält die Demokratie in dem Sinne, dass der Staat weiterhin (oder wieder) im Sinne seines Volkes regiert wird. Anders als im erwähnten nationalistischen Modell ist dabei kein völliger Ausstieg aus der wirtschaftlichen Globalisierung notwendig. Der cäsaristische Staat gewinnt aber ein ausreichendes Maß an Souveränität zurück, um seine Volkswirtschaft wieder im nationalen Interesse kontrollieren und regulieren zu können. Putins Russland und auch die VR China sind lebende Beweise dafür, dass dies in der Praxis funktionieren kann. Genau deshalb werden diese modernen Imperien zunehmend von den westlich-liberalen Globalisten zu Todfeinden erklärt und mit Krieg bedroht. Natürlich folgt die cäsaristische Demokratie einem völlig anderen Demokratiemodell als die alte liberale Demokratie. Liberale werden sie deshalb ablehnen müssen, aber es ist wichtig, noch einmal darauf hinzuweisen, dass ein funktionierender Cäsarismus keine Gewaltherrschaft darstellt, weil der Cäsar als monarchische Verkörperung des Volkes regiert und das Volk durch direkt-demokratische Elemente direkt an der Regierung beteiligt. Gerade im Internet-Zeitalter des 21. Jahrhunderts ist Demokratie vielleicht kaum auf eine andere Weise möglich, als sie Donald Trump während seiner Amtszeit als US-Präsident exemplarisch demonstriert hat: Verachtung der herkömmlichen Institutionen, die übrigens auch in der römischen Kaiserzeit auf eine nicht mehr ernsthafte Weise weiter existierten, bei gleichzeitiger direkter Kommunikation des Cäsaren mit dem Volk via Internet. Gewaltherrschaft ist dies nicht. Auch die Regentschaft des römischen Kaiser Augustus (31 v. Chr. bis 14 n. Chr.) war keine solche, sondern eine Glanzzeit des römischen Reiches, in der Julius Evola sogar eine Wiederannäherung an das mythische Goldene Zeitalter sah.

Wenn man im Cäsarismus die Zukunft Deutschlands sieht, stellt sich natürlich sofort die Frage, wer in unserem Land als moderner Cäsar infrage kommt. Diese Frage beantworte ich hier nicht, denn ich sehe keinen der bekannten heutigen Politiker in einer solchen Rolle. Aber Friedrich I. Barbarossa schläft bekanntlich immer noch im Kyffhäuser und wird dort zur vorherbestimmten Stunde erwachen. Ein ernsthafteres Problem ist, dass Deutschland wahrscheinlich zu klein ist, um ein Imperium wie Russland, China oder eine zukünftige USA zu sein. Man braucht also eine europäische Lösung, die aber nicht wie bei David Engels aus der heutigen EU hervorgehen kann und auch nicht an den deutschen Imperialismus der Weltkriege anknüpfen darf. Hier ist es hilfreich, an das Sacrum Imperium, also das mittelalterliche Kaiserreich zu denken, das weit über die Grenzen des deutschen Sprachraumes hinausreichte, ohne dabei nicht-deutsche Völker unterdrücken oder germanisieren zu wollen. Die Deutschland seinem Wesen nach zugehörige Form ist zwar das „Reich“, aber nicht das imaginäre Hohenzollernreich der heutigen „Reichsbürger“ und schon gar nicht Hitlers elendes „Drittes Reich“. Das Erste Kaiserreich könnte aber durchaus als Vorbild eines besseren, cäsaristischen Deutschlands und Kontinentaleuropas dienen. Es war gleichzeitig deutsch, regional und europäisch und bildet so die Vielschichtigkeit ab, die mit dem Begriff der deutschen Nation zwangsläufig verbunden ist. Auf regionaler Ebene würden sich die deutschen Stämme mittels direkter Demokratie selbst regieren. Auf deutsch-kontinentaleuropäischer Ebene würde ein Cäsar herrschen. Das westliche Christentum wäre die vereinigende Klammer. Mit dem Ausgreifen auf die europäische Ebene darf keine deutsche Vorherrschaft über andere Nationen verbunden sein, die es, wie schon erwähnt, im mittelalterlichen Kaiserreich auch nicht gab. Deshalb sollte als historisches Vorbild weniger das Heilige Römische Reich Ottos des Großen (912 – 973, Kaiser seit 962) angesehen werden, sondern sein Vorgänger, das Karolingerreich. Unter Karl dem Großen (748 – 814, Kaiser seit 800) waren nämlich in einem glücklichen, leider vergänglichen Moment der Geschichte Deutsche und Franzosen vereint. Dies ist auch heute wieder anzustreben, und deshalb sollte der Cäsar des neuen Reiches im 21. Jahrhundert eher ein Franzose als ein Deutscher sein. Dies alles ist gar nicht so veraltet, wie es sich zunächst anhören mag. In der Anfangsphase der politischen Einigung Westeuropas und der deutsch-französischen Verständigung nach dem Zweiten Weltkrieg knüpften Staatsmänner wie Konrad Adenauer und Charles de Gaulle ganz bewusst an die Tradition Karls des Großen an. Aachen als „Europastadt“ und die dort jährlich stattfindende Verleihung des Karlspreises – leider fast nur noch an Repräsentanten des EU-Zentralismus – erinnern immer noch an eine Zeit, in der Polititiker ein weitaus größeres Bewusstsein der europäischen Geschichte besaßen als heute.

Idealbild Karls des Großen mit erst lange nach seinem Tod hergestellten Teilen der Reichskleinodien, gemalt 1513 von Albrecht Dürer

Natürlich erscheint der Traum von einem erneuerten Karolingerreich in der gegenwärtigen, tristen politischen Situation als abseitig und unrealistisch. Unter Umständen ist er gerade deshalb notwendig, denn er könnte dazu beitragen, dass wir Deutsche und Europäer die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht aufgeben. Gerade das offensichtliche Scheitern der modernen geschichtsphilosophischen Vision von einem „Ende der Geschichte“ (Francis Fukuyama) im Zeichen des westlichen Liberalismus macht Oswald Spenglers Kulturmorphologie mit ihrer Cäsarismus-These in der Gegenwart vielleicht aktueller denn je.

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Dr. Jens Woitas

Jens Woitas, geboren 1968 in Wittingen (Niedersachsen), verheiratet, lebt (mit einigen Unterbrechungen) seit 1970 in Wolfsburg. Abitur 1988, dann Zivildienst und Tätigkeit als Gartenarbeiter. Studium der Physik in Clausthal-Zellerfeld und Tübingen, dann Promotion zum Doktor der Naturwissenschaften in Heidelberg (1999). Wissenschaftlicher Mitarbeiter an astronomischen Forschungsinstituten in Tübingen, Heidelberg und Tautenburg (1995-2005), dann Unternehmensberater. Seit 2011 Erwerbsunfähigkeitsrentner. Von Kindheit an lebhaft an Politik, Geschichte, Literatur und Religion interessiert, Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirche und von 2017 bis 2020 Mitglied der Partei DIE LINKE. Neben einer Reihe von Artikeln in astronomischen Fachzeitschriften auch Autor einer autobiographischen Erzählung (Schattenwelten, Mauer Verlag, Rottenburg am Neckar 2009). In den letzten Jahren intensive Beschäftigung mit dem Denken des Neomarxismus und der „Neuen Rechten“ unter Einbeziehung französischer Originaltexte, insbesondere von Alain de Benoist und Jean-Claude Michéa.

Im Lindenbaum Verlag ist unlängst das Buch „Revolutionärer Populismus. Das Erwachen der Völker Europas“ von Dr. Jens Woitas erschienen und kann hier bestellt werden: https://lindenbaum-verlag.de/produkt/revolutionaerer-populismus/

Ein Kommentar zu “Oswald Spenglers Cäsarismus – Die Staatsform des 21. Jahrhunderts?

  1. „Globalisierung, liberale Demokratie und die Staatsordnung des Nationalstaates können nach Rodriks Auffassung nicht alle drei gleichzeitig existieren. “ Das ist wahr. Deshalb wird ja auch der Nationalstaat abgeschaft durch seine Multiethnisierung und Multikultivierung. Wenn nun aber so eine Gesellschaft durch keine ethnische Homogenität, die es zwar nie in Gänze gab, aber es konnte von einer Dominanz einer Ethnie gesprochen werden, und keine Leitkultur mehr zusammengehalten wird, dann muß sie ihre Liberalität aufgeben, den durch den Liberalismus läßt sich eine auseinander drifftende Gesellschaft mit ihrer Tendenz zur Atomisierung nicht mehr zusammenbinden.
    Es bedarf der Proklamation des inneren Feindes, der Ausgrenzung um die Gesellschaft wieder zu vereinen in ihrem gemeinsamen Nein zum proklamierten Feind. Durch den Feind entsteht so eine neue „Gemeinschaft“ der Dazugehörigen: Der gehört nicht zu uns! Das ist die Transformation einer liberal struktutierten Gesellschaft in eine, die aus der Unterscheidung von Feind und Freund lebt, eine postliberale, die am Projekt der Auflösung ethnischer und kultureller Identität festhält und eine rein politische erstrebt durch die Proklamation des Feindes- frei nach Carl Schmitt.

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