Ewiger Kriegsverlierer Deutschland

von Wolfgang Hübner


Ewiger Kriegsverlierer Deutschland

Jeder weitere Tag der Sperrung der Straße von Hormuz, jeder weitere Tag ohne Beendigung des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran ist ein Tag, der die negativen Folgen und Kosten für Deutschland höher treibt. Einmal mehr ist unser Land Verlierer eines Krieges seines Hauptverbündeten. Das ist in der Ukraine so, das war in Afghanistan so, in Libyen, Irak oder Syrien nicht anders. Und das wird so bleiben, solange sich Deutschland nicht aus der Umklammerung und faktischen Besatzung der USA befreit. Allerdings deutet nichts auf diese notwendige Veränderung hin.

Egal wie der Iran-Krieg endet, die ökonomische Rechnung für den Angriffskrieg von Donald Trump und Benjamin Netanjahu wird alle Hoffnungen auf den berühmten rettenden Wirtschaftsaufschwung zunichtemachen. Und das werden alle Deutschen auch materiell spüren, wenige kaum, aber viele empfindlich. Es ist eben nicht so, dass das Schicksal unseres Volkes vorrangig von der Innenpolitik bestimmt wird. Vielmehr ist diese im Herzland und beim Hauptfinanzier der EU in hohem Maße abhängig von äußeren Entwicklungen.

Wie ohnmächtig die Bundesrepublik wirkt, zeigt sich in der gerade entbrannten Diskussion, ob neue Schulden gemacht werden sollen, um die wirtschaftlichen Schäden infolge des Iran-Krieges zumindest zu mildern. Es ist richtig, die Flucht in noch höhere Verbindlichkeiten für die Zukunft abzulehnen. Die Schuldenlast ist jetzt schon viel zu groß. Doch es ist auch richtig, dass alternativ der Bundeshaushalt ohne harte Einschnitte in die Ausgabenbereiche nicht ausgeglichen werden kann. Doch wo?

An der Beantwortung dieser Frage scheiden sich nicht nur schnell die politischen Geister, auch die Berliner Regierung aus Union und SPD dürfte daran scheitern. Weil die in Umfragen stärkste Partei AfD weiterhin ausgesperrt wird, gibt es im Parteienkartell keine überzeugende Alternative. Und selbst bei der AfD ist ungewiss, ob sie Kraft und Mut haben könnte, die Ursache für die ewigen Kriegsniederlagen im Schlepptau der USA anzupacken. Das aber steht fest: Ohne Beendigung des deutschen Vasallenelends, ohne Lösung von den USA gibt es keine bessere Zukunft.

Wolfgang Hübner

Geboren im Trump-Jahrgang 1946 in Frankfurt am Main. Abgeschlossene Ausbildung als Verlagskaufmann, von 1973 bis 2009 erst Redaktionsassistent, dann Kulturjournalist beim deutschen Dienst der Nachrichtenagentur Associated Press in Frankfurt, dort auch langjähriger Betriebsratsvorsitzender. Aktiver Teilnehmer der APO 1966 bis 1969. 1994 Gründer der kommunalen Freiern Wählergruppe Bürger Für Frankfurt (BFF), von 2001 bis 2016 Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender im Römer, nach dem freiwilligen Ausscheiden aus der aktiven Politik seitdem Ehrenvorsitzender der BFF. Von 2013 bis 2014 Mitglied der AfD und stellvertretender Sprecher im hessischen Gründungsvorstand der Partei. Seit vielen Jahren parteiunabhängiger Verfasser politischer Kommentare bei PI News und Facebook. Verfasser der politischen Biographie von 1965 bis 2025 „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“.

Das Buch ist 2025 im Engelsdorfer Verlag Leipzig erschienen. Es kostet 24.80 Euro im Buchhandel
ISBN 978-3-69095-029-9

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