Die Höllenfahrt der Republik

Eine Buchbesprechung von Werner Olles

Die Höllenfahrt der Republik

(Björn Clemens – Die Höllenfahrt der Republik. MetaPol-Verlag, Berlin 2025, 360 Seiten, Festeinband, 23,00 €.)

Spätestens seit Günter Maschkes luzidem Essay „Die Verschwörung der Flakhelfer“ (1985) wissen wir, daß die Geschichte der Bundesrepublik eine Geschichte der schiefen Ebene ist. An die Stelle der Nation trat der sakralisierte Kernbestand ihrer Verfassung in Gestalt eines sogenannten „Verfassungspatriotismus“. Längst gilt nicht mehr Friedrich Eberts eindrucksvoller Satz von 1919: „Und wenn wir vor der Frage stehen: Deutschland oder die Verfassung, dann werden wir Deutschland nicht wegen der Verfassung zugrunde gehen lassen!“ Dieser Satz erhellt die Lage, in der sich „Unsere Demokratie“ heute befindet, zwar nur rudimentär, trägt jedoch immer noch den Keim von Staatlichkeit, Souveränität und Nation in sich.

Er verweist damit zugleich auf die tiefe Problematik des bundesrepublikanischen Gebildes. Carlo Schmid, einer der Väter des Grundgesetzes, bezeichnete es völlig zutreffend als „Besatzungsstatut“ und die Bundesrepublik als „Organisationsform der Modalität einer Fremdherrschaft“. Dieses Gebilde wird bis heute von einem politisch-medialen Establishment beherrscht, das in hohem Maße fremdbestimmt wirkt und von einer weitgehend entpolitisierten, konformistischen Zivilgesellschaft getragen wird, einer Gesellschaft, die mit einem selbstbewußten Staatsvolk wenig gemeinsam hat.

Wenn die Verfassung tatsächlich in diesem Licht erscheint, dann sollte es die vorrangige Aufgabe aller ernsthaften Demokraten sein, Wege zu finden, diesem Rahmen des Grundgesetzes möglichst schnell und rechtlich einwandfrei zu entkommen, wie es der Staatsrechtler Ernst Forsthoff einmal formulierte. Nur so könnte der Weg zu echter Nationwerdung wieder frei werden. Die Analyse muß daher konsequent die Bundesrepublik als Organ begrenzter Fremdbestimmung begreifen, das strukturell nur über geringe politische Legitimität verfügt.

Statt bloßer Klage über den demokratischen Verfall sollte sie das Gebilde einer scharfen, schonungslosen Kritik unterziehen, als ein System, das zwischen moralischer Überhöhung, politischer Verantwortungslosigkeit und kultureller Infantilisierung oszilliert. Die Deutschen haben mit dem ihnen von den Siegermächten überlassenen „Spielzeug“ Grundgesetz bis heute wenig anzufangen gewußt, außer es wiederholt zu Lasten der eigenen Bevölkerung und zugunsten abstrakter Menschheitsideale umzudeuten.

Gefangen zwischen einer simulierten Demokratie und durchgängiger Heuchelei pendelt die Bundesrepublik zwischen bürokratischer Selbstzufriedenheit und intellektueller Beliebigkeit. Aus dieser mentalen Bequemlichkeit auszubrechen hieße zugleich, die eingefrorene Mittelmäßigkeit, den Dogmatismus der Distanzierung, den reflexhaften moralischen Rigorismus und die verbreitete Feigheit hinter sich zu lassen, um die Agonie eines Gebildes zu beenden, das mit Deutschland als Staat und Nation der Deutschen kaum mehr etwas zu tun hat.

Die einzig plausible deutsche Staatsräson kann daher nur in der Restitution eines souveränen deutschen Gemeinwesens liegen, das an all die guten rechts- und sozialstaatlichen Traditionen Preußens anknüpft, die einmal prägend waren. Daß dies aktuell nicht auf der politischen Tagesordnung steht, liegt auf der Hand. Doch die Geschichte vollzieht bekanntlich Sprünge, und „das Dasein erfüllt sich in sich selbst“ (Martin Heidegger).

Karthagische Ängste und kleinmütige konservative Bedenken sind hier fehl am Platz. Stattdessen sollte sich eine ernsthafte Rechte an Carl von Clausewitz’ Bekenntnisschrift (1812) orientieren: „Ich glaube und bekenne, daß ein Volk nichts höher zu achten hat, als die Würde und Freiheit seines Daseins …daß ich die falsche Klugheit, mit der sich die kleinen Geister der Gefahr entziehen wollen, für das Verderblichste halte, was Furcht und Angst einflößen konnten!“

Björn Clemens, Rechtsanwalt, Lyriker, Essayist, Publizist, Romanautor und ehemaliger Stellvertretender Bundesvorsitzender der von Franz Schönhuber gegründeten Republikaner in der Nachfolge-Ära unter Rolf Schlierer, legt mit seinem neuen Buch „Die Höllenfahrt der Republik“ eine der geistig und politisch bemerkenswertesten Positionsbestimmungen der letzten Jahre vor. Präzise benennt er jene Kräfte und Mechanismen, die Deutschland und Europa zersetzen, hausgemachte Schwächen ebenso wie die Öffnung gegenüber fremden, teils inkompatiblen Einflüssen. Mit unerbittlicher Klarheit entlarvt er die Zerstörung staatlichen und institutionellen Denkens durch ein vorherrschendes, zeitgeistkonformes Moralisieren und Selbstanklage-Ritual.

Björn Clemens

Die Wucht seiner Kritik entspricht der Wucht der Zumutungen, denen er sich ausgesetzt sieht, und kann als eine der wenigen verbliebenen Regungen intellektueller Widerständigkeit verstanden werden. Die geistige Leere jener, die sich im Schatten des herrschenden politisch-medialen Komplexes verschanzen, wird von Clemens als Teil einer systematischen Entkernung nationaler Identität analysiert, einer Politik, die Deutschland langfristig zu einem amorphen, nivellierten Einwanderungsgesellschaftsmodell degradieren soll.

Am Beginn des Buches stehen vier eigene Erlebnisberichte, die die jüngere deutsche Geschichte greifbar machen und zugleich die Vergeblichkeit illustrieren, noch irgendetwas von dem bewahren zu wollen, was traditionellen Konservativen lieb und teuer ist. Ihnen ist zuzugestehen, daß ihre Betroffenheit über die Zustände echt ist. Dennoch haben sie das entscheidende Element ihrer eigenen Tradition vergessen, die Programmatik der Konservativen Revolution.

Völlig zu Recht schreibt Clemens in seinem Vorwort: „Jammern füllt keine Kammern!“ Im Gegensatz zu mancher reaktionären Melancholie begegnet der Autor den Herausforderungen seiner Zeit mit bissiger Nüchternheit, einem realistischen Menschenbild und klarer Distanz zu den Legitimationserzählungen des Projekts eines grenzenlosen „Fortschritts der Menschheit“, das sich mal neoliberal-globalistisch, mal sozialistisch-etatistisch kleidet. Beide scheinbar gegensätzlichen Modelle vereint letztlich die Vision einer entpolitisierten, global verwalteten One-World-Ökonomie.

Die Kapitel „Der Nichtstaat“ und „Das Nichtvolk“ stellen die Kernfrage, ob die nach 1945 herangewachsene Generation von formal mündig gewordenen Hitlerjungen und -Mädchen in all ihrer Unschuld Demokratie und entgrenzten Massenliberalismus verwechselt hat. Die Antwort lautet: Ja.

Obwohl man diese toxische Mischung leicht hätte erkennen können, wurde Arnold Gehlens Warnung, Institutionen seien schwer zu bilden und „sehr schnell zerstört“, kurzerhand in den Wind geschlagen und stattdessen lieber nach guter, alter rheinischer Devise verfahren: „Kommt, wir versaufen der Oma ihr klein Häuschen!“ Die Bundesrepublikaner wurden zu einer „riesigen und hervorragend organisierten Ansammlung von Privatmenschen“ (Otto Kirchheimer, 1957), die ihre fortschreitende Entpolitisierung und intellektuelle Schwächung mit bemerkenswert gnadenloser Gründlichkeit betrieben und dennoch die massive Erosion staatlicher Substanz nicht wahrhaben wollten.

Doch unter der sanften US-amerikanischen Hegemonie, die sich vor allem kulturell und im Management von Bildung, Hochschulen und einer alles überwölbenden Unterhaltungsindustrie manifestierte, gingen die letzten Reste einer Epistemologie abendländischer und deutscher Geschichte verloren. Als Resultat dieser Entwicklung sehen wir, daß das geistige, politische, und kulturelle Niveau bislang in keiner Epoche so niedrig war wie heute. Auch die Schönheit unserer Natur- und Kulturlandschaften und der leuchtende Glanz unserer Metropolen, all das ist scheinbar unwiderruflich dahin.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, daß der Vorwurf, Konrad Adenauer habe als erster westdeutscher Bundeskanzler „den völligen, sklavisch-unterwürfigen Ausverkauf gesamtdeutscher Interessen betrieben“, weder haltbar noch historisch angemessen ist. Adenauer war kein „Hüter der Teilung“, diese Rolle gebührt den Siegermächten. Roosevelt, Churchill und Stalin hatten bereits 1943 in Teheran und dann endgültig in Jalta die Teilung Deutschlands beschlossen.

Wer Hans-Dietrich Sanders Essay „Der Aufmarsch der Konterrevolution“ (Staatsbriefe 2/1990) liest, erkennt rasch, daß die alliierten Besatzungsmächte die eigentlichen Herren blieben und in der BRD die Westmächte die Agenda vorgaben. Adenauer war kein Bismarck, sondern ein konservativer, katholischer Antikommunist mit begrenzten Handlungsspielräumen. Das oktroyierte Grundgesetz mußte den Westalliierten mehrfach zur Genehmigung vorgelegt werden.

Adenauers lakonischer Satz „Die zehn Gebote sind wichtiger als das Grundgesetz!“ Klingt uns heute noch in den Ohren, und die mühsam erkämpfte Freilassung der letzten zehntausend deutschen Kriegsgefangenen aus Rußland 1955/56, die der konservative Antikommunist und sein Außenminister Clemens von Brentano nach härtesten Verhandlungen, unter der Drohung der Abreise, mit der sowjetischen Führung unter Bulganin und Molotow erreichten, zeigen die Grenzen seiner Macht ebenso wie seine Hartnäckigkeit.

Was die Stalin-Note von 1952 mit dem Angebot der Neutralität und der Wiedervereinigung beider deutschen Teilstaaten betrifft, wird in sogenannten „rechten“ Kreisen behauptet, diese sei von Adenauer „brüsk zurückgewiesen“ worden und habe Deutschland „außenpolitisch in die Unbeweglichkeit geführt und eine Politik der nationalen Interessen unmöglich gemacht“. Ist es tatsächlich so schwierig sich vorzustellen, wer damals realiter das Zepter schwang? Realpolitisch betrachtet hätte jede ernsthafte Annäherung an dieses Angebot massive westalliierte Sanktionen nach sich gezogen. Österreich erhielt Neutralität, Deutschland nicht.

Immerhin ließen die Alliierten dem Kleinstaat Österreich das Geschenk der Neutralität zukommen, aber die Alpenrepublik war nun einmal nicht Deutschland. Vergessen scheint auch zu sein, daß Adenauer bei seinem ersten Moskau-Besuch 1953 von der Sowjetunion forderte, daß die „raumfremden Mächte den Raum freigeben für die Bildung eines neuen deutschen Gemeinwesens“ (Hans Dietrich Sander).

Ähnlich verhält es sich mit der Rekonstruktionsperiode, die immer noch unkritisch als „Wirtschaftswunder“ bezeichnet wird, jedoch für die Westdeutschen nach den überaus harten Kriegs- und frühen Nachkriegsjahren einen großen Gewinn an Lebensqualität darstellte, wenngleich auch als eine der unguten Folgen, in denen „kein Ethos jenseits der Ökonomie“ (CDU-Politiker Bruno Heck) mehr erkennbar war. Wer, wie einige verblendete „Rechte“ Adenauer vorhält, den Staat Israel mit horrenden „Wiedergutmachungszahlungen zugeschüttet“ zu haben, hat nicht verstanden, daß es dem Kanzler darum ging das zerrüttete Verhältnis zu Israel allmählich zu verbessern und gleichzeitig mit den „Wiedergutmachungen“ die endlosen Schulddebatten beenden, die bis heute unvermindert andauern. Genau dies wollte er jedoch gerade verhindern.

Clemens hat vollkommen recht, wenn er Adenauers Konzept von Westbindung und Bündnisfragen als „zutreffende Einschätzung der Verhältnisse“ und als konsequente Antwort auf den heraufziehenden Kalten Krieg würdigt. Der eigentliche Fehler des Kanzlers lag allein darin, die machtpolitische Logik der Bündnispolitik grundlegend zu verkennen, oder bewußt zu ignorieren, sie stattdessen mit einer ideellen zu verwechseln und dieser alle anderen Fragen unterzuordnen. Dadurch wurde ein eigenständiger politischer Ansatz Deutschlands von vornherein blockiert. Dies war allerdings keineswegs allein der Reeducation zuzuschreiben.

Nicht ohne Grund notierte Ernst Jünger in seinen Kirchhorster Blättern, angesichts der durch zwei verlorene Weltkriege herbeigeführten politischen, biologischen und kulturellen Erschütterung unseres Volkes: „Von einer solchen Niederlage erholt man sich nicht mehr!“

Die Schilderungen des Autors vom Mauerfall und den damit verbundenen Emotionen machen eines überdeutlich: Vor allem die Westdeutschen zeigten kaum Interesse an einer echten volkhaften Erneuerung. Der „Anschluss an das Grundgesetz“ kam ihnen sehr gelegen. Sie konnten, oder wollten, sich nicht entschließen, Subjekte der Geschichte zu werden. Im Gegensatz zu den Mitteldeutschen und den Völkern Mittel- und Osteuropas blieben sie, was sie seit 1945 gewesen waren: bloße Objekte der Geschichte.

Statt die SED umgehend als kriminelle Vereinigung zu verbieten, ihre Hauptfunktionäre zu verhaften und das Regime symbolisch wie juristisch zu enthaupten, passierte nichts dergleichen. Diese Untätigkeit provozierte Günter Maschke zu der bitteren Feststellung, daß wenigstens „ein paar Funktionärsleichen die Elbe hinunter schwimmen“ müßten.

Die Renaissance nationalen Denkens begann bereits Ende der 1970er Jahre: In jenen Jahren erschienen unabhängig voneinander, doch in frappierender zeitlicher Nähe, Werke, die eine Art intellektuellen Gegenstoß markierten: Hans-Dietrich Sanders Nationaler Imperativ, dessen harter, kompromißloser Duktus selbst einen Peter Glotz, einen der wenigen intellektuell ernstzunehmenden Sozialdemokraten, in Angst und Schrecken versetzte; Bernard Willms’ „Die deutsche Nation“; Hans-Joachim Arndts „Die Besiegten von 1945“; Heinrich Jordis von Lohausens „Mut zur Macht“; Hellmut Diwalds „Geschichte der Deutschen“, umrahmt von den kulturkritischen Schriften Robert Hepps, Gerd Bergfleths, Hartmut Langes, Botho Strauß’ und Hans-Jürgen Syberbergs kulturkritischenAbgesang „Der Wald steht schwarz und schweiget“.

Die Cancel Culture steckte damals noch in den Kinderschuhen und war bei weitem nicht so totalitär durchorganisiert wie heute, doch die Ausgrenzung folgten auf dem Fuße. Syberberg etwa wurde im Feuilleton der FAZ zur Persona non grata erklärt, bloß weil er es gewagt hatte, mit Rainer Werner Faßbinder eine heilige Ikone der herrschenden linksliberalen Vasallenideologie auch nur anzukratzen.

Die Hoffnung, mit der Gründung der Republikaner durch den charismatischen Franz Schönhuber und einige CSU-Dissidenten endlich einen politischen Durchbruch zu erzwingen, zerschlug sich rasch und folgenlos. Ähnlich wie die ohnehin schon „verbrannte“ NPD wurden auch sie systematisch von eigens dafür abgestellten Geheimdiensten unterwandert; den Rest erledigte die Partei selbst indem sie es nicht verstand, den heillos zersplitterten nationalen Widerstand zu einer ernsthaften Kraft zu einen, durch den völligen Mangel an strategischem Weitblick gegenüber dem korrumpierten und korrumpierenden Parlamentarismus, dem obwaltenden Liberalismus und den schlüpfrigen Methoden „Unserer Demokratie“, sowie einer Gesellschaft, die längst unter dem sanften Joch einer total regulierenden Verwaltung steht.

Eine historische Chance wurde so leichtfertig vertan.

In seinen Essays „Der auflösende Imperativ“ und „Hochverrat und Völkermord“ seziert der Autor die Migrations- und Ausländerpolitik der herrschenden Kaste eine Politik, deren brutale politische Korrektheit etwas widerwärtig Gutmeinendes umgibt, das noch einer gründlichen seelischen Autopsie harrt.

Während die linken und grünen PöbelParteien in ihrer Geschichte immer der Ort des Verrats und der Vollendung der Kastration deutscher Staatlichkeit waren, fehlt den Konservativen bisher jegliches Rezept, obwohl sie wissen, daß der Liberalismus ihr Feind ist und die parlamentarische Demokratie immer die Verpackung für eine bestimmte Diktatur war, die stets viele Methoden nutzte, um ihre Gegner zu unterdrücken oder irrelevant zu machen, mal milder, mal strenger, je nach Situation.

Wenn nach Botho Strauß das Regime der telekratischen Öffentlichkeit den umfassendsten Totalitarismus der Geschichte darstellt, dann verkörpert Angela Merkel, die 2015 eigenmächtig und rechtswidrig die Grenzen für Hunderttausende wehrhafte, illegale junge Männer aus Nahost und Nordafrika öffnete, den wohl folgenreichsten politischen und rechtlichen Einschnitt der Nachkriegszeit.

Warum eigentlich hatte niemand auf Oskar Lafontaine gehört, der nach Merkels Wahl zur Vorsitzenden der Union der CDU/CSU die Wahrheit über das „Verhängnis im Hosenanzug“ (Till Kinzel) ins Stammbuch schrieb, daß sie sich nämlich ein faules Kuckucksei ins Nest gelegt hatte: „Haben die eigentlich schon gemerkt, daß sie eine überzeugte Kommunistin zur Vorsitzenden gewählt haben?“

Doch tatsächlich war ihr Vorteil, daß eine entpolitisierte und manipulierte Bevölkerung der ehemaligen FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda – eine Funktion, die nur 150prozentigen Parteigenossen zu teil wurde -, keine Lüge und keinen Betrug zutraute, daher konnte sie im Einklang mit der neoliberalen Globalisierung und der Regenbogen-Linken die Grenzöffnung zur Förderung einer multikulturellen Gesellschaft der vermarkteten Menschen unverdrossen durchziehen.

Heute überlagern sich hedonistischer Kosmopolitismus, neoliberale Globalisierung und links-woke, postidentitäre Strömungen.. Ungerührt wird der öffentliche Raum besetzt, die Sozialsysteme überlastet, die Kriminalität schwerster Delikte steigt, islamistischer Terror bleibt präsent.

Während linksradikale politische Ränder teils auf große Aufmerksamkeit und Nachsicht stoßen, entsteht bei vielen rechts- und gesetzestreuen Bürgern der Eindruck unzureichenden Schutzes. Die klassische Dialektik von Schutz und Gehorsam scheint aufgekündigt zu sein. In der Folge wächst verständlicherweise die Bereitschaft zu fundamentaler Kritik an bestehenden Strukturen.

Staatenlose, transnationale wirtschaftliche und politische Eliten wenden sich teils offen, teil verklausuliert gegen sozialpatriotische Konzepte ebenso wie gegen Fragen nach Volkssouveränität, nationaler wie kultureller Identität und traditionellen familiären Bindungen.

Björn Clemens’ Buch schildert diese Tragödie schonungslos, plädiert aber zugleich, getragen von christlich-abendländischem Geist, für neue Formen des Widerstands, für entschiedenen Widerspruch gegen die herrschenden Narrative und für eine schonungslose Prüfung aller Rückblicke und Überzeugungen.

Zum Schluß sei Ezra Pound zitiert: „Wenn ein Mensch nicht bereit ist, für seine Überzeugung ein Risiko einzugehen, taugt entweder der Mensch oder die Überzeugung nichts!“

Björn Clemens – Die Höllenfahrt der Republik. MetaPol-Verlag, Berlin 2025, 360 Seiten, Festeinband, 23,00 €. MetaPol-Verlag,

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Werner Olles

Werner Olles, Jahrgang 1942, war bis Anfang der 1980er Jahre in verschiedenen Organisationen der Neuen Linken (SDS, Rote Panther, Jusos) politisch aktiv. Nach grundsätzlichen Differenzen mit der Linken Konversion zum Konservativismus und traditionalistischen Katholizismus sowie rege publizistische Tätigkeit in Zeitungen und Zeitschriften dieses Spektrums. Bis zu seiner Pensionierung Angestellter in der Bibliothek einer Fachhochschule, seither freier Publizist.

Autor der Bücher:

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Bestellungen: Grenzgänger des Geistes. Vergessene, verkannte und verfemte Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

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Bestellungen: Feindberührungen – Wider den linken Totalitarismus!

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