Das Trump-Selensky-Meeting im Oval Office des Weißen Hauses

Ein Facebook-Kommentar von Thomas Fasbender

Das Trump-Selensky-Meeting im Oval Office des Weißen Hauses

Man muss sich unbedingt die gesamten fast 50 Minuten des Pressetermins im Oval Office reinziehen. Selenskyj wirbt ausführlich für das Narrativ, das auch die europäischen Regierungen/Medien seit langem verinnerlicht haben: Die Ukraine ist die vorderste Verteidigungslinie der europäischen Zivilisation; wenn sie im Krieg gegen Russland nicht siegt, ergießt sich die russische Flut Richtung Westen bis zur Oder, zur Elbe, zum Rhein, zum Ärmelkanal.

Trump hält dagegen: Wenn sein Deal steht und die Amerikaner Equity an den ukrainischen Vorkommen von Seltenerdmetallen halten, wird seine Autorität hinreichen, den Kreml von einer Wiederaufnahme des Krieges abzuhalten.

Die beste historische Analogie ist der sowjetisch-finnische Winterkrieg 1939/40. Er endete nach heroischer Verteidigung durch die Finnen am 13. März 1940 mit der Preisgabe von Karelien und anderen Territorien. Das Wiederaufflammen des Krieges nach Einmischung der Wehrmacht endete mit einem sowjetischen Sieg und dem Frieden von 1944, in dem auch das im hohen Norden gelegene Petsamo an die UdSSR fiel. Im Übrigen wurden im Wesentlichen die 1940 gezogenen Grenzen durch die Sowjetunion anerkannt. Weitere Bedingungen enthielten die finnische Neutralität u.a.

Trump hat verstanden, dass Russland die Integration der ostslawischen Länder Ukraine und Belarus in westliche Militärbündnisse nicht zulassen wird – egal, was das Völkerrecht dazu sagt. Russland wird auch die eroberten ukrainischen Territorien (erst recht die Krim) nicht hergeben. Die einzige Möglichkeit, es dazu zu zwingen, wäre ein militärischer Sieg über Russland à la 1945 über Deutschland. Noch scheint die Bereitschaft, den dazu nötigen Krieg zu führen, in Europa nicht sonderlich verbreitet.

Trumps Widerwillen, Geld in einen Krieg zu investieren, der nur mit ukrainischen Soldaten nicht zu gewinnen ist (und sein Widerwillen, Amerikaner in diesen Krieg zu schicken) ist nachvollziehbar. Umso fragwürdiger ist die europäische Strategie, nach der Devise „jetzt erst recht“ weiterhin Milliarden Euro in die Ukraine zu schicken. Das bedeutet nichts anderes, als gutes Geld dem schlechten hinterher zu werfen. Einem reichen Staat wie Deutschland, wo man sonst keine Sorgen hat, mag das egal sein. Wirklich klug ist es dennoch nicht.

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